Weisses Gold- Salze in der Pferdefütterung

Pferde haben bei täglicher Arbeit oder warmem Wetter einen zusätzlichen Mineralstoffbedarf, der durch Schweißverlust entsteht. Besonders Natrium, Kalium und Chlor gehen dabei verloren. Die Speicher dieser Elemente müssen dann wieder aufgefüllt werden. Schwitzt das Pferd nicht übermäßig, ist ein Mangel an Natrium, Kalium und Chlor relativ unwahrscheinlich, da das Pferd mit dem Grundfutter seinen Bedarf decken kann. Dabei gilt: Heu enthält viel Kaliums und Chlorid. In Melasse beispielsweise ist viel Kalium und Natrium enthalten.

Damit der Bedarf des Pferdes an Natriumchlorid gedeckt wird, ist es sinnvoll einen Salzeckstein in der Box oder im Offenstall zur freien Verfügung anzubieten. Das Pferd kann sich dann selbst bedienen. Leistungspferde, bei denen mit hohen Elektrolytverlusten zu rechnen ist, sollten auf jedem Fall noch zusätzlich über ein entsprechendes Mineralfutter versorgt werden, da sie ihre Verluste nicht allein über den Salzeckstein decken können.

Fohlen, die noch bei der Mutter trinken, sollten keine Lecksteine zur freien Verfügung haben. Bei ihnen kann es sonst passieren, dass sie eine „Lecksucht“ entwickeln. Das führt zu Durchfällen. Wenn die Fohlen abgesetzt werden, können sie auch an einen Beckstein gewöhnt werden. Hier sollte anfangs trotzdem genau beobachtet werden, wie viel Salz diese Tiere aufnehmen. Ein Zuviel führt auch hier noch zu Durchfällen und sollte deshalb unterbunden werden.

Bei Durchfällen sollte das Pferd ebenso wie im Hochleistungssport bedarfsgerecht versorgt werden. Ein zu hoher Flüssigkeitsverlust muss dann ausgeglichen werden. Das klappt gut mit Elektrolytmischungen, die eigens dafür zusammengestellt wurden. Starke Durchfälle müssen umgehend dem Tierarzt gemeldet werden, damit sie schnell therapiert werden können. Hier kann es durchaus nötig werden, dass der Tierarzt eine Infusion legt um den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen.

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Aber warum ist Salz denn nun eigentlich so wichtig und wie muss man sich das mit den Speichern, die aufgefüllt werden müssen, vorstellen?

Salzlecksteine für Pferde und andere Tiere bestehen aus Natriumchlorid. Die Lecksteine bestehen normalerweise aus Steinsalz oder Siedesalz. Es gibt sie mit und ohne zusätzlich hinzugefügte Mineralstoffe zu kaufen.

Pflanzenfressende Tiere wie Pferde benötigen eine futterergänzende Salzquelle, da pflanzliche Nahrung nur wenig Natrium liefert. Heu, Gras und Getreide liefern also nicht genug Natrium, damit das Pferd ausreichend versorgt ist. Das gilt insbesondere wenn es viel schwitzt.

Natrium ist wichtig für:

  • die Produktion von Gallenflüssigkeit

Natrium und Chlor sind wichtig für:

  • eine funktionierende Muskelkontraktion
  • den osmotischen Druck der Zellen
  • Regulation des Säure-Basen-Haushalts
  • Regulation des Wasserhaushalts

Chlor ist wichtig für:

  • die Bildung von Salzsäure im Magen

Natriumchlorid-Mangelerscheinungen äußern sich häufig durch:

  • zwanghaftes Schlecken
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • trockene Haut
  • Bluteindickung
  • Leistungsschwäche
  • trockener Kot bis zu Verstopfungskoliken
  • bis hin zu Nierenversagen

Eine Überversorgung mit Natriumchlorid äußert sich häufig durch:

  • starker Durst
  • häufigeres Urinieren
  • Durchfall
  • nervöse Störungen (wenn nicht ausreichend Wasser zur Verfügung steht)

Eine Überversorgung kann zustande kommen, weil die Pferde sich entweder langweilen und deshalb den Salzeckstein „futtern“ oder weil etwas im Mineralhaushalt nicht stimmt und sie deshalb meinen, viel aufnehmen zu müssen.

 

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