Tatort Stoffwechsel: Wohlstandserkrankungen

Immer mehr Pferde leiden heutzutage an sogenannten Stoffwechselstörungen. Oft zweifelt der betroffene Besitzer an sich selbst, äußern sich Symptome doch zunächst nur schleichend über Unrittigkeit oder schlechte Laune des Pferdes.

Das Pferd zeigt sich bockig, hat keinen Vorwärtsdrang, wirkt verspannt. So oder so ähnlich äußern sich aber anfänglich auch einige Stoffwechselerkrankungen. Hört der Reiter dann auf die Kollegen, anstatt auf sein Pferd, kann es schnell zur Katastrophe kommen. Besitzer bemerken dann erst bei so dramatischen Komplikationen wie einer Hufreheerkrankung, dass der Stoffwechsel nicht so funktioniert, wie er sollte.

Ursachenforschungen ergeben dann meist, dass eine Fehlanpassung der Ernährung an die Leistung und die Konstitution des Pferdes Auslöser der Störung sind. Noch genauer genommen, handelt es sich oft um einen langfristigen Energieüberschuss in der täglichen Futterration des Pferdes. Die energetische Überladung wird irgendwann für das Pferd zu groß- das Fass läuft über.
Zur Vermeidung von fütterungs – und haltungsbedingten Erkrankungen und zum Wohl der Pferde sollte sehr großes Augenmerk auf die Prophylaxe von Stoffwechselstörungen durch eine bedarfsgerechte Fütterung gelegt werden.
In dieser Artikel-Serie stellen wir Ihnen die wichtigsten Stoffwechselerkrankungen vor und erklären, wie Sie als Pferdehalter ihnen vorbeugend entgegen wirken können. Sie werden in den kommenden Wochen die Erkrankungen

  • EMS
  • Cushing
  • Insulinresistenz
  • Glukoseintoleranz
  • Rhabdomyolyse
  • Proteinurie und
  • Hyperlipidämie

kennen lernen.


EMS

Beginnen wir mit der Stoffwechselkrankheit EMS. Jedes Jahr wieder wird genau sie zum Dauerthema in sämtlichen Foren, wenn es im Frühjahr um das Anweiden der Pferde geht. EMS zählt genau wie das Equine Cushing oder die Hypothyreose (Schilddrüsen-Unterfunktion) zu den endokrinen Störungen (Endokrines System = Hormonsystem). Auch als peripheres Cushing bezeichnet, ist EMS eine Stoffwechselerkrankung, die mit einer Insulinresistenz einhergeht. Der Organismus reagiert nicht mehr korrekt auf die Insulinausschüttung und der Zuckerstoffwechsel entgleist.

Sie möchten mehr über das EMS erfahren? Zum kompletten Artikel über EMS geht es HIER.


Equines Cushing Syndrom (sprich: Kusching)

Das Equine Cushing Syndrom ist eine unheilbare, endokrine Störung des älteren Pferdes und wird meist durch einen Tumor in der Hirnanhangdrüse verursacht. Es kommt zu einer gestörten Hormonbilanz im Körper, die viele Organsysteme aus dem Gleichgewicht bringt. Der negative Einfluss dieser Hormone auf die Blutgefäße zeigt sich besonders in Blutgefäßverengungen und Durchblutungsstörungen, insbesondere des Hufes.
Eine Cushing-Erkrankung kann auch durch die überhöhte Gabe von durch den Tierarzt verordneten ACTH- Präparaten (adrenokortikotropes Hormon) herbeigeführt werden.

Sie möchten mehr über Cushing erfahren? Zum kompletten Artikel über Cushing geht es HIER.

cushing2
Typisch bei Cushing ist ein langes, stumpfes Fell sowie Probleme im Fellwechsel.

Insulinresistenz

Im Normalfall verringert Insulin (Hormon der Bauchspeicheldrüse) den Blutzucker. Es unterdrückt im Gehirn den Appetit und hemmt so auf natürliche Weise die Entwicklung der Fettleibigkeit. Bei einer Insulinresistenz ist die hemmende Wirkung des Insulins insbesondere im Muskel- und Fettgewebe verringert oder aufgehoben. Es kommt zur Mobilisierung der Fettdepots und zur Verfettung.
Die Ursache ist eine Veranlagung (genetische Disposition) mancher Pferde in Kombination mit Haltungs- und Fütterungsfehlern (extreme Getreidezufuhr zusammen mit Bewegungsmangel).
Fettleibige Ponys und Esel haben eine angeborene Veranlagung für eine Insulinresistenz. Sie wird durch Stress, Erkrankungen, erhöhtes körpereigenes (endogenes) Kortisol und Fehlernährung noch weiter gefördert. Einige Pferderassen (wie American Saddlebred, Spanische Mustangs, Warmblüter und Morgan Pferde) gelten ebenso dafür als anfällig (genetisch prädisponiert).

Sie möchten mehr zum Thema „HInsulinresistenz“ beim Pferd erfahren? Dann lesen Sie demnächst unseren Artikel aus unserer wöchentlichen Gesundheits-Serie zum Thema hier im Blog.


Glukoseintoleranz

Glukoseintoleranz  und Insulinresistenz werden als mögliche Ursachen des peripheren Cushings angesehen bzw. diskutiert.

Bei Glukoseintoleranz und einem Mangel am Glukosetoleranzfaktor wird die Blutglukose nicht ausreichend abgebaut. Auch dieser Zustand stellt einen prädisponierenden Faktor für das periphere Cushing Syndrom dar.

Sie möchten mehr zum Thema „Glukoseintoleranz“ beim Pferd erfahren? Dann lesen Sie demnächst unseren Artikel aus unserer wöchentlichen Gesundheits-Serie zum Thema hier im Blog.


Rhabdomyolyse

Die Rhabdomyolyse des Pferdes ist eine lebensbedrohende Muskelerkrankung mit unterschiedlichen Ursachen. Zwei Formen sind bekannt. Zum einen die chronische wiederkehrende Muskelerkrankung, zum anderen die sporadische physische Überforderung des Pferdes, wobei hauptsächlich quergestreifte Muskelfasern betroffen sind.

Die Ursachen liegen in einem kurzfristig geänderten Trainingsprogramm, überhöhter Kohlenhydratfütterung, stark erhöhten Kaliumgehalten in der Nahrung, der Extrembelastung untrainierter Pferde und schlechten bzw. belastenden Witterungsverhältnisse, wie extremer Kälte oder Hitze.

Alle Rassen können betroffen sein. Bestimmte Rassen wie Vollblüter (RER), Quarter Horses (PSSM), Gespannpferde (EPSM) sind aber häufiger betroffen.

Sie möchten mehr zum Thema „Rhabdomyolyse“ beim Pferd erfahren? Dann lesen Sie demnächst unseren Artikel aus unserer wöchentlichen Gesundheits-Serie zum Thema hier im Blog.


Proteinurie

Eine Proteinurie ist eine Erkrankung, bei der es zu einer vermehrten Ausscheidung von Eiweißen über den Harn kommt. Dies geschieht im Zusammenhang mit akuten und chronischen Nierenerkrankungen, die zum Passieren großer Eiweiße durch die Niere führen können. Diese werden dann im Harn sichtbar. Die Nierenfunktion ist sehr eingeschränkt. Ursächlich können u.a. sein: Harnsteine, Schock, Virusinfektionen, bakterielle Infektionen und Vergiftungen sowie Medikamente.

Es gibt kleinere und größere Eiweißmolekühle, je nach Bauweise und Verkettung der Aminosäuren. Viele Hormone (Proteohormone), wie Insulin sind an Eiweiße gebunden, um im Körper transportiert zu werden. Proteine können kugelförmig oder fadenförmig sein und bilden oft Komplexe. Nur wenn die Niere geschädigt ist, können Proteine sie passieren.

Sie möchten mehr zum Thema „Proteinurie“ beim Pferd erfahren? Dann lesen Sie demnächst unseren Artikel aus unserer wöchentlichen Gesundheits-Serie zum Thema hier im Blog.


Hyperlipidämie

Die Hyperlipidämie ist eine Störung des Fettstoffwechsels mit extrem erhöhten Lipidgehalten im Blut. Es kommt zu lebensbedrohlichen Verfettungen innerer Organe. Häufig erkranken Ponys, Esel, trächtige und laktierende Stuten. Stress (Transport, Trächtigkeit, Wurmbefall) und Mangelernährung, d.h. eine länger bestehende energetische Unterversorgung, sind hauptsächlich dafür verantwortlich.

Betroffene Tiere decken den Energiebedarf durch Mobilisierung und Abbau der Fettdepots.

Im Zusammenhang mit der Hufrehe sind es oft radikal durchgeführte Diäten, die eine Hyperlipidämie auslösen.

Sie möchten mehr zum Thema „Hyperlipidämie“ beim Pferd erfahren? Dann lesen Sie demnächst unseren Artikel aus unserer wöchentlichen Gesundheits-Serie zum Thema hier im Blog.


Hypothyreose (Schilddrüsen-Unterfunktion)

Es kann davon ausgegangen werden, dass ein Pferd eine Hypothyreose, also eine Unterfunktion der Schilddrüse, hat, wenn es trotz normalerweise lebhaftem Temperament auffallend lethargisch ist und an Gewicht zunimmt. Wenn  nun noch bei Simulationstests die Schilddrüsenhormone nur schwach reagieren, sollte dieses Krankheitsbild in Betracht gezogen werden. Bei betroffenen Tieren kann ein beidseitiger Kropf (Struma) auftreten. Häufig leiden die Patienten unter wiederkehrenden Muskelerkrankungen und reduzierter Leistungsfähigkeit. Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion kann ein Jodmangel sein.

Sie möchten mehr zum Thema „Hypothyreose“ beim Pferd erfahren? Dann lesen Sie demnächst unseren Artikel aus unserer wöchentlichen Gesundheits-Serie zum Thema hier im Blog.

Facebook Like

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.