So bleibt mein Pferd im Winter fit

Im Winter herrscht meist ein recht einheitliches Bild in deutschen Reitanlagen: Die empfindliche Grasnarbe der Weiden wird geschont und die Tiere verbringen die dunklen und kalten Monate im Stall oder auf Paddocks.  Auch Pferde in Offenstallhaltung, die aufgrund fehlender Infrastruktur nicht in einer Halle von ihren Besitzern geritten werden können, sind bei Schnee und Eis weniger ausgelastet. Die Tiere bewegen sich schlicht weniger- es drohen Übergewicht und Verdauungsprobleme wie Koliken oder Kotwasser. Wie sieht jetzt die optimale Fütterung unserer Pferde aus?

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Die ordentliche 13- Tipps für die richtige Lagerung von Pferdefutter

Schimmel, Mäusekot, Futtermilben- Bei uns Menschen haben diese Dinge in der Speisekammer nichts zu suchen. Und auch für das Pferd sollten keine anderen Regeln gelten.  Dreck und Staub können Pferde ebenso krank machen wie uns. Mäuse- und Rattenkot sowie Tierkadaver führen zu dramatischen Erkrankungen, Feuchtigkeit lässt Pferdefutter verderben, Pilzbefall sorgt für Vergiftungen, Allergien und Lebererkrankungen. 

Damit es soweit nicht kommt, gehört zur Pferdehaltung ein durchdachtes Futtermanagement, das nicht nur die Rationsgestaltung sondern auch die korrekte und lösungsorientierte Lagerung berücksichtigt.

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Konjunktivitis (Bindehautentzündung): Häufig unterschätzte Augenerkrankung

Sommerzeit- Insektenzeit. Häufig sind gerade auch jetzt die Augen unserer Pferde in Gefahr: Viele Insekten setzen sich an die Schleimhäute der Pferde und übertragen Keime, die zu Bindehautentzündungen führen können. Dabei entzündet sich die Bindehaut. Das ist die Schleimhaut, die die Innenseiten der Augenlider und einen Teil des Augapfels überzieht. Auch die Nickhaut ist Teil der Bindehaut. Ist das Auge gesund, sieht man von der im Normalfall blassrosa, glatt und glänzenden Bindehaut nicht viel. Man kann sie allerdings sehen, wenn man die Augenlieder des Pferdes mit den Fingern sanft aufspreizt.

Eine Bindehautentzündung ist für das Pferd schmerzhaft. Neben Insekten gibt es noch viele weitere mögliche Ursachen, warum sich die Bindehaut des Pferdeauges entzünden kann. Unbehandelt kann sich die Entzündung auch auf Hornhaut, Iris oder Knochen der Augenhöhle ausweiten. Im schlimmsten Fall droht, wenn nicht behandelt wird, das Erblinden des Pferdes. Eine Bindehautentzündung ist daher keine Bagatelle und sollte immer von einem Tierarzt behandelt werden.

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Fütterung von Spezialrassen: Islandpferde

Islandpferde sind kleine, robuste Pferde, die nach ihrer Herkunftsinsel „Island“ benannt wurden. Obwohl sie mit 130-148 cm Stockmaß recht klein sind, können sie dank ihres kräftigen Körperbaus auch von Erwachsenen geritten werden. Eine Besonderheit der kleinen Pferde mit den wuscheligen Mähnen ist, dass sie neben Schritt, Trab und Galopp zwei weitere Gangarten beherrschen: den Tölt und den Pass. Islandpferde werden meist in Offenställen in Gruppen gehalten.

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Offenstallhaltung: Wie vermeide ich Stress und Überfütterung?

Immer mehr Ställe entdecken die Gruppenhaltung von Pferden weil immer mehr Pferdebesitzer ihren Vierbeinern ein artgerechtes Leben mit Sozialkontakt und ständiger Bewegung ermöglichen möchten. In sogenannten „Offenställen“ wohnen dann mehrere Pferde in einer Gruppe zusammen. Eine große Schwierigkeit bei dieser Haltungsform ist die Fütterung- sollen doch alle Pferde stressfrei an ihr Futter kommen. So reichhaltig das Angebot an Offenställen heute ist, so unterschiedlich ist auch die Herangehensweise der einzelnen Stallbetreiber an das Thema „Pferdefütterung“. Wir haben hier einmal zusammen gefasst, welche Probleme es im Offenstall geben kann, worauf man bei der Stallwahl achten sollte und welche Lösungsansätze es gibt, den Pferden ein stressfreies Herdenleben ohne Magengeschwür, Fettsucht und Rehe ermöglichen.

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Gefahr fürs Pferd bei sommerlichen Temperaturen: Sonnenbrand

Sonnenbrand ist uns Menschen als gefährliche Folge zu starker Sonneneinstrahlung bekannt. Gerade hellhäutige Menschen oder Menschen mit Pigmentflecken kennen die Problematik: Der unbeschwerte Tag am Strand kann nur gelingen, wenn ausreichend Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor unsere Haut vor dem Verbrennen schützt. Auch Leute, die im Freien arbeiten, schützen sich. Wie schnell passiert es uns Reitern im Stall, dass Arme und Gesicht rot werden, weil wir nicht daran gedacht haben, uns einzucremen?

Unsere modernen Pferdehaltungsformen werden immer artgerechter. Das bedeutet aber auch, dass die Pferde immer häufiger ganztägig draussen an der frischen Luft und damit auch in der Sonne stehen. Helle Abzeichen am Kopf und an den Beinen, rosa Pferdenüstern und umpigmentierte Haut z.B. bei hellen Farbzüchtungen (Cremellos, Perlinos, Schecken etc. Schimmel weniger, da ihre Haut meist stark pigmentiert ist) sind auch beim Pferd besonders anfällig für Sonnenbrand. Und auch beim Pferd muss größerer Schaden vermieden werden, indem die umpigmentierte Haut geschützt wird. more „Gefahr fürs Pferd bei sommerlichen Temperaturen: Sonnenbrand“

Fütterung von Spezialrassen: Iberische Pferderassen

Zu den iberischen Pferderassen gehören als bekannteste Vertreter der spanische PRE, Andalusier und der portugiesische Lusitano. Aber auch Cruzados- also „Mischlinge“- Berber, Lipizzaner, Kladruber, Knabstrupper, Menorquins, Paso Fino, Paso Peruano, Barockpintos, Hispano Araber und Friesen können von ihren Ansprüchen an die Fütterung dazu gezählt werden. Allen gemein ist, dass sie in ihren Herkunftsländern gerade in der Aufzucht eher auf karge Kost angewiesen sind. Das führt dazu, dass gerade diese Pferderassen mit dem besonders reichhaltigen Futterangebot in unseren Breitengraden nicht gut zurechtkommen.

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Mauke- juckendes Ekzem in der Fesselbeuge

Mauke, also eine Hautentzündung in der Fesselbeuge und an den Ballen von Pferden, tritt häufig dann auf, wenn die betroffenen Hautareale durch irgendeine Ursache geschwächt und damit anfällig für Entzündungen sind. Das können kleinste Verletzungen oder Reizungen der Haut sein. Durch die geschädigten Areale gelangen Krankheitserreger in die obersten Hautschichten und vermehren sich. Nun können sie ungehindert die einzelnen Hautschichten mit Hilfe von Eiweiß auflösenden Enzymen angreifen. Die Haut wird immer weiter geschwächt und für weitere Schädlinge wie Pilze, Milben und verschiedenste Bakterien angreifbar.

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Strahlpilz- „Fußpilz“ bereitet Pferden Schmerzen

Wußten Sie, dass Pferde an Stahlpilz erkranken können? Nicht? Ich war auch bis vor kurzem noch ahnungslos. Dabei ist Stahlpilz eine recht verbreitete Erkrankung der Pferdehufe, die aber bisher noch selten besprochen und daher relativ unbekannt ist. Das schlimme daran: Strahlpilz ist gerade im Bereich der Ballen sehr schmerzhaft für das Pferd. Viele Fehlbelastungen, Schmerzreaktionen und rätselhafte Rittigkeitsprobleme können durch diese Krankheit verursacht werden. Um dem Schmerz zu entgehen, wird ein betroffenes Pferd versuchen, mit der Zehe aufzuhufen und so unangenehmen Druck auf dem Ballen zu vermeiden. Bei einem gesunden Pferd mit einem intakten Immunsystem und einer aufgrund eines optimalen Hufmechanismus guten Durchblutung der Hufstrukturen, hat Stahlpilz eigentlich keine Chance. Pilze vermehren sich besonders gut in feuchtwarmer Umgebung. Sind Huf und Immunsystem des Pferdes geschwächt, finden Pilze, die überall in der Umgebung des Pferdes vorkommen, hervorragende Lebensbedingungen. Das kann durch falsche Fütterung, Stress, eine andere Grunderkrankung, durch zu wenig Bewegung oder eine falsche Hufbearbeitung der Fall sein. Die Pilze nisten sich in kleinen Furchen im Huf ein, und können sich nun nach Lust und Laune vermehren. Ein Strahlpilz sollte immer behandelt werden, denn er kann aufgrund der Schmerzen die er verursacht zu weiterreichenden Schäden führen.

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10 Tipps zur Pflege von Hufen- Teil 1

Eine zentrale Bedeutung für die Pferdegesundheit hat der Huf.

„Der ferd hatt fier beiner,
auf jeder saite einer,
und hatt er einmal keiner,
UMFALLT!“

Wer kennt diesen Spruch nicht? Er ist nicht nur lustig sondern beinhaltet eine Wahrheit, die ganz essentiell für unser Pferd ist: Ohne Huf kein Pferd. Als Lauf- und Fluchttier braucht das Pferd vier gesunde, gut ausbalancierte Hufe auf die es sich verlassen kann. Diese dienen ihm

  • als Fundament für seinen Körper
  • als Stossdämpfung
  • als Schuhe
  • als zusätzliche „Blutpumpen“, die die Funktion des verhältnismäßig kleinen Herzens unterstützen
  • als Unterstützung für alle Strukturen im Körper, die an der Bewegung beteiligt sind

Ein gutes Hufmanagement besteht aus drei elementaren Bausteinen:

  1. der artgerechten Haltung
  2. der artgerechten, regelmäßigen und individuell abgestimmten Hufbearbeitung durch einen Fachmann
  3. der richtigen Pflege und Hygiene

Hakt es hier irgendwo, kann das zu Lahmheiten, Unrittigkeit und auch zu inneren Erkrankungen führen. Unerkannt ist das dann schnell das Aus für die Reitpferdekarriere und mit schmerzhaften Hufen ist auch das Rentnerdasein auf der Wiese ein eher zweifelhaftes Vergnügen.

Wir haben Ihnen hier deshalb 10 Tipps für das Hufmanagement Ihres Pferdes zusammengestellt:

1. Reinigung

Pferdehufe müssen täglich gesäubert werden. Das heißt: Mit einem Hufkratzer und einer Huf-Bürste wird mindestens vor und nach der Arbeit das Innere und das Äußere des Hufes von Schmutz, Matsch, Sand oder kleinen Steinchen befreit. Dabei darf der empfindliche Strahl nicht verletzt werden. Ist aller Dreck herausgekratzt, kann der Huf innen und außen auf Verletzungen überprüft werden. Bei Pferden mit Hufeisen sollten Sie auch überprüfen, ob die Eisen noch fest sitzen. Bei Pferden, die barhuf durchs Leben gehen, sollten Sie darauf achten, dass keine scharfen Kanten entstehen oder Ecken herausbrechen. Diese sollten zeitnah geglättet werden. 

2. Futter:

Im Artikel „Der Feuchtigkeitshaushalt des Hufes“ haben wir gelernt, dass dieser von innen heraus reguliert wird. Damit das gut klappt, müssen die Vitalfunktionen intakt sein. Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Proteinen, Mineralien, Vitaminen und Fettsäuren ist daher unerlässlich. Das Verhältnis der einzelnen Elemente zueinander sollte auch stimmen. Hufe können z.B. schnell brüchig werden, wenn die Zinkaufnahme im Stoffwechsel gestört ist. Bei zuviel Zink kommt es wiederum zu Mangelerscheinungen an anderer Stelle, die sich z.B. durch Risse im Huf bemerkbar machen können. Eine ausgewogene Ernährung ist also das Non-Plus-Ultra in der Hufpflege. Ganz oben auf dem Speiseplan sollte dafür qualitativ hochwertiges Heu stehen.  Heu zur freien Verfügung und ein sinnvolles ergänzendes Mineralfutter bietet den meisten Freizeitpferden alles, was sie für eine gesunde Hornbildung benötigen. Eine zusätzliche genau auf das tägliche Training abgestimmte Futterration mit oder ohne Getreide bietet auch sportlich stärker geforderten Pferden die Grundlage für festes „Schuhwerk“. Bei Problemhufen kann die Zugabe von Biotin oder Schwefel hilfreich sein.

3. Hygiene im Stall                                                                                                                                                                   

Die Hygiene im Stall und im Auslauf wie auch auf der Weide ist nicht zuletzt auch wegen der Hufgesundheit sehr wichtig. Ammoniak in der Box schadet nicht nur der Lunge und der Haut des Pferdes sondern greift auch das empfindliche Hufhorn schnell an. Ebenso sind ständig unter Wasser stehende Paddocks und matschige Koppeln nicht besonders förderlich für die Hufgesundheit. Es ist daher wichtig, dass Boxen regelmäßig von Pferdeäpfeln und nassen Stellen befreit werden, dass die Einstreu sauber und trocken ist und dass eine vernünftige Drainage für trockene Füße auf dem Paddock sorgt. Ist die Wiese sehr matschig, macht es wenig Sinn das Pferd grasen zu lassen, da es zum einen die Grasnarbe zerstört und zum anderen auch hier Hufinfektionen entstehen können. Dann kann schnell Strahlfäule entstehen (Lesen Sie HIER mehr zum Thema Strahlfäule) und auch Pilzinfektionen haben leichtes Spiel. 

Hufe_2

Matschige Paddocks und Wiesen lassen schnell Strahlfäule oder andere Hufinfektionen entstehen.

4. Hufbearbeitung

Bei einem beschlagenen Pferd sollte alle sechs bis acht Wochen der Hufschmied kommen und es neu beschlagen. Dabei werden die Eisen abgenommen, das seit dem letzten Beschlag nachgewachsene Horn wird gekürzt, der Huf wird wieder in Form gebracht und anschließend wird ein neu angepasstes Eisen befestigt. Dass die Hufe so bearbeitet werden ist sehr wichtig, damit das Pferd weiterhin schmerzfrei und ausbalanciert laufen kann.

Ist Ihr Pferd beschlagen, überprüfen Sie täglich beim Reinigen der Hufe und vor allem vor und nach dem Reiten oder anderen Aktivitäten, ob noch alle Eisen fest sitzen. Hat Ihr Pferd ein Eisen verloren, ist das Reiten bis der Hufschmied es wieder angebracht hat, tabu. Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden einen Schuh verlieren und sollten dann noch mit Rucksack auf dem Rücken Gymnastikübungen durchführen, Joggen gehen oder Hürdenlaufen. Kein schöner Gedanke. Und Ihrem Rücken würde die ungleiche Nutzung Ihrer Füße auch keinen Gefallen tun.

Geht das Pferd „barhuf“ durchs Leben, müssen auch hier in bestimmten, individuellen Abständen die Hufe ausgeschnitten und begradigt werden, um ein gleichmäßiges Hufwachstum und eine optimale Huffunktion. Die Abstände zwischen den Terminen bestimmen Abnutzung, Hufwachstum und Hufstellung. 

5. Fett und Öl                                                                                                                                                                         

Damit der Feuchtigkeitshaushalt der Hufe nicht gestört wird, können wir die Hufe vor dem Austrocknen schützen. Wir wissen aus dem Artikel „Der Feuchtigkeitshaushalt des Hufes“, dass die oberste Hornschicht des Wandhorns besonders stabil ist und den Huf so schon vor dem Austrocknen schützt. Wird diese oberste Wandschicht z.B. bei der Hufbearbeitung, bei häufigem Laufen in tiefem Sandboden oder durch langes Stehen in der Box beschädigt, können atmungsaktive Öle den Huf schützen. Sie schützen das Hufhorn auch dort wo die Nagellöcher beim Beschlag sitzen. Die Fettschicht wirkt wasserabweisend und kann so z.B. auch im Sommer vom Duschen aufgetragen werden. Dann kann das Hufhorn nicht so stark vom Wasser angegriffen werden. Huffett oder Huföl bietet also dieselben Vorteile wie eine Handcreme. Im Winter kann auch die Huf-Unterseite mit einem Pflegebalsam oder einer Hufsalbe eingestrichen werden. Und auch die Pflege des Kronrandes mit entsprechenden dafür vorgesehenen Pflegecremes (z.B. mit Lorbeer-Öl) verbessert die Hufgesundheit.

 

TEIL 2 dieses Artikels lesen Sie HIER. (folgt in der nächsten Woche)


 

Autor: Agnes Trosse