Druse: Hochansteckende Erkrankung der Lymphdrüsen

Die Druse (auch: Coryza contagiosa equorum oder Adenitis equorum) ist eine hochansteckende Pferdekrankheit Sie befällt die oberen Luftwege beim Pferd und wird durch das Bakterium Streptococcus equi (Strep. equi equi) verursacht. Nach 3 bis 14 Tagen Inkubationszeit verbreitet sich der Erreger über das Blut und die Lymphe. Druse ist nicht anzeige- oder meldepflichtig. Es werden bei Ausbruch der Erkrankung in einem Bestand keine amtlichen Maßnahmen zur Bekämpfung ergriffen. Ein vorausschauendes und durchdachtes Management der Krankheit im Stall ist jedoch aufgrund der extrem hohen Ansteckungsgefahr unerlässlich.

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Gefahr fürs Pferd bei sommerlichen Temperaturen: Sonnenbrand

Sonnenbrand ist uns Menschen als gefährliche Folge zu starker Sonneneinstrahlung bekannt. Gerade hellhäutige Menschen oder Menschen mit Pigmentflecken kennen die Problematik: Der unbeschwerte Tag am Strand kann nur gelingen, wenn ausreichend Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor unsere Haut vor dem Verbrennen schützt. Auch Leute, die im Freien arbeiten, schützen sich. Wie schnell passiert es uns Reitern im Stall, dass Arme und Gesicht rot werden, weil wir nicht daran gedacht haben, uns einzucremen?

Unsere modernen Pferdehaltungsformen werden immer artgerechter. Das bedeutet aber auch, dass die Pferde immer häufiger ganztägig draussen an der frischen Luft und damit auch in der Sonne stehen. Helle Abzeichen am Kopf und an den Beinen, rosa Pferdenüstern und umpigmentierte Haut z.B. bei hellen Farbzüchtungen (Cremellos, Perlinos, Schecken etc. Schimmel weniger, da ihre Haut meist stark pigmentiert ist) sind auch beim Pferd besonders anfällig für Sonnenbrand. Und auch beim Pferd muss größerer Schaden vermieden werden, indem die umpigmentierte Haut geschützt wird. more „Gefahr fürs Pferd bei sommerlichen Temperaturen: Sonnenbrand“

Fütterung von Spezialrassen: Iberische Pferderassen

Zu den iberischen Pferderassen gehören als bekannteste Vertreter der spanische PRE, Andalusier und der portugiesische Lusitano. Aber auch Cruzados- also „Mischlinge“- Berber, Lipizzaner, Kladruber, Knabstrupper, Menorquins, Paso Fino, Paso Peruano, Barockpintos, Hispano Araber und Friesen können von ihren Ansprüchen an die Fütterung dazu gezählt werden. Allen gemein ist, dass sie in ihren Herkunftsländern gerade in der Aufzucht eher auf karge Kost angewiesen sind. Das führt dazu, dass gerade diese Pferderassen mit dem besonders reichhaltigen Futterangebot in unseren Breitengraden nicht gut zurechtkommen.

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Stoffwechselerkrankungen beim Pferd: RER

Zeigt das Pferd Muskelschmerz, Steifheit und Bewegungsunlust spricht der Mediziner von einer „Equinen Rhabdomyolyse“. Von dieser auch „Kreuzverschlag“ (auch Feiertagskrankeit) genannten Erkrankung haben die meisten Reiter schon gehört. Dieser tritt oft z.B. nach besonders starker Belastung oder zu hohen Kraftfuttergaben auf. Der Auslöser ist hier also eine Überforderung des Organismus. Folge einer solchen Überlastung ist eine starke Verhärtung der Muskulatur. Muskelzellen zerfallen. Das Pferd hat Schmerzen, Koliksymptome, oft auch eine höhere Atemfrequenz und der Puls steigt an.

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Tatort Stoffwechsel: Wohlstandserkrankungen

Immer mehr Pferde leiden heutzutage an sogenannten Stoffwechselstörungen. Oft zweifelt der betroffene Besitzer an sich selbst, äußern sich Symptome doch zunächst nur schleichend über Unrittigkeit oder schlechte Laune des Pferdes.

Das Pferd zeigt sich bockig, hat keinen Vorwärtsdrang, wirkt verspannt. So oder so ähnlich äußern sich aber anfänglich auch einige Stoffwechselerkrankungen. Hört der Reiter dann auf die Kollegen, anstatt auf sein Pferd, kann es schnell zur Katastrophe kommen. Besitzer bemerken dann erst bei so dramatischen Komplikationen wie einer Hufreheerkrankung, dass der Stoffwechsel nicht so funktioniert, wie er sollte.

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Mauke- juckendes Ekzem in der Fesselbeuge

Mauke, also eine Hautentzündung in der Fesselbeuge und an den Ballen von Pferden, tritt häufig dann auf, wenn die betroffenen Hautareale durch irgendeine Ursache geschwächt und damit anfällig für Entzündungen sind. Das können kleinste Verletzungen oder Reizungen der Haut sein. Durch die geschädigten Areale gelangen Krankheitserreger in die obersten Hautschichten und vermehren sich. Nun können sie ungehindert die einzelnen Hautschichten mit Hilfe von Eiweiß auflösenden Enzymen angreifen. Die Haut wird immer weiter geschwächt und für weitere Schädlinge wie Pilze, Milben und verschiedenste Bakterien angreifbar.

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Hufrollenentzündung (Podotrochlose)

Hören wir als Reiter den Begriff “Hufrolle“, dann denken wir sofort an eine mit Lahmheiten einhergehenden Erkrankung. Welche Strukturen genau betroffen sind und dass der Begriff als solcher eigentlich nur den betroffenen Bereich im Huf benennt und damit viele verschiedene Erkrankungen von der Hufrollenentzündung bis zur Hufrollennekrose gemeint sein können, wissen immer noch die Wenigsten unter uns. Ich möchte mich in diesem Artikel näher mit der Hufrollenentzündung, die auch Strahlbeinerkrankung oder auch Podotrochlose genannt wird, beschäftigen. Diese Erkrankung verläuft häufig schleichend, betrifft in den meisten Fällen die Vorderbeine und ist nicht ganz leicht zu diagnostizieren. more „Hufrollenentzündung (Podotrochlose)“

Strahlpilz- „Fußpilz“ bereitet Pferden Schmerzen

Wußten Sie, dass Pferde an Stahlpilz erkranken können? Nicht? Ich war auch bis vor kurzem noch ahnungslos. Dabei ist Stahlpilz eine recht verbreitete Erkrankung der Pferdehufe, die aber bisher noch selten besprochen und daher relativ unbekannt ist. Das schlimme daran: Strahlpilz ist gerade im Bereich der Ballen sehr schmerzhaft für das Pferd. Viele Fehlbelastungen, Schmerzreaktionen und rätselhafte Rittigkeitsprobleme können durch diese Krankheit verursacht werden. Um dem Schmerz zu entgehen, wird ein betroffenes Pferd versuchen, mit der Zehe aufzuhufen und so unangenehmen Druck auf dem Ballen zu vermeiden. Bei einem gesunden Pferd mit einem intakten Immunsystem und einer aufgrund eines optimalen Hufmechanismus guten Durchblutung der Hufstrukturen, hat Stahlpilz eigentlich keine Chance. Pilze vermehren sich besonders gut in feuchtwarmer Umgebung. Sind Huf und Immunsystem des Pferdes geschwächt, finden Pilze, die überall in der Umgebung des Pferdes vorkommen, hervorragende Lebensbedingungen. Das kann durch falsche Fütterung, Stress, eine andere Grunderkrankung, durch zu wenig Bewegung oder eine falsche Hufbearbeitung der Fall sein. Die Pilze nisten sich in kleinen Furchen im Huf ein, und können sich nun nach Lust und Laune vermehren. Ein Strahlpilz sollte immer behandelt werden, denn er kann aufgrund der Schmerzen die er verursacht zu weiterreichenden Schäden führen.

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10 Tipps zur Pflege von Hufen- Teil 1

Eine zentrale Bedeutung für die Pferdegesundheit hat der Huf.

„Der ferd hatt fier beiner,
auf jeder saite einer,
und hatt er einmal keiner,
UMFALLT!“

Wer kennt diesen Spruch nicht? Er ist nicht nur lustig sondern beinhaltet eine Wahrheit, die ganz essentiell für unser Pferd ist: Ohne Huf kein Pferd. Als Lauf- und Fluchttier braucht das Pferd vier gesunde, gut ausbalancierte Hufe auf die es sich verlassen kann. Diese dienen ihm

  • als Fundament für seinen Körper
  • als Stossdämpfung
  • als Schuhe
  • als zusätzliche „Blutpumpen“, die die Funktion des verhältnismäßig kleinen Herzens unterstützen
  • als Unterstützung für alle Strukturen im Körper, die an der Bewegung beteiligt sind

Ein gutes Hufmanagement besteht aus drei elementaren Bausteinen:

  1. der artgerechten Haltung
  2. der artgerechten, regelmäßigen und individuell abgestimmten Hufbearbeitung durch einen Fachmann
  3. der richtigen Pflege und Hygiene

Hakt es hier irgendwo, kann das zu Lahmheiten, Unrittigkeit und auch zu inneren Erkrankungen führen. Unerkannt ist das dann schnell das Aus für die Reitpferdekarriere und mit schmerzhaften Hufen ist auch das Rentnerdasein auf der Wiese ein eher zweifelhaftes Vergnügen.

Wir haben Ihnen hier deshalb 10 Tipps für das Hufmanagement Ihres Pferdes zusammengestellt:

1. Reinigung

Pferdehufe müssen täglich gesäubert werden. Das heißt: Mit einem Hufkratzer und einer Huf-Bürste wird mindestens vor und nach der Arbeit das Innere und das Äußere des Hufes von Schmutz, Matsch, Sand oder kleinen Steinchen befreit. Dabei darf der empfindliche Strahl nicht verletzt werden. Ist aller Dreck herausgekratzt, kann der Huf innen und außen auf Verletzungen überprüft werden. Bei Pferden mit Hufeisen sollten Sie auch überprüfen, ob die Eisen noch fest sitzen. Bei Pferden, die barhuf durchs Leben gehen, sollten Sie darauf achten, dass keine scharfen Kanten entstehen oder Ecken herausbrechen. Diese sollten zeitnah geglättet werden. 

2. Futter:

Im Artikel „Der Feuchtigkeitshaushalt des Hufes“ haben wir gelernt, dass dieser von innen heraus reguliert wird. Damit das gut klappt, müssen die Vitalfunktionen intakt sein. Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Proteinen, Mineralien, Vitaminen und Fettsäuren ist daher unerlässlich. Das Verhältnis der einzelnen Elemente zueinander sollte auch stimmen. Hufe können z.B. schnell brüchig werden, wenn die Zinkaufnahme im Stoffwechsel gestört ist. Bei zuviel Zink kommt es wiederum zu Mangelerscheinungen an anderer Stelle, die sich z.B. durch Risse im Huf bemerkbar machen können. Eine ausgewogene Ernährung ist also das Non-Plus-Ultra in der Hufpflege. Ganz oben auf dem Speiseplan sollte dafür qualitativ hochwertiges Heu stehen.  Heu zur freien Verfügung und ein sinnvolles ergänzendes Mineralfutter bietet den meisten Freizeitpferden alles, was sie für eine gesunde Hornbildung benötigen. Eine zusätzliche genau auf das tägliche Training abgestimmte Futterration mit oder ohne Getreide bietet auch sportlich stärker geforderten Pferden die Grundlage für festes „Schuhwerk“. Bei Problemhufen kann die Zugabe von Biotin oder Schwefel hilfreich sein.

3. Hygiene im Stall                                                                                                                                                                   

Die Hygiene im Stall und im Auslauf wie auch auf der Weide ist nicht zuletzt auch wegen der Hufgesundheit sehr wichtig. Ammoniak in der Box schadet nicht nur der Lunge und der Haut des Pferdes sondern greift auch das empfindliche Hufhorn schnell an. Ebenso sind ständig unter Wasser stehende Paddocks und matschige Koppeln nicht besonders förderlich für die Hufgesundheit. Es ist daher wichtig, dass Boxen regelmäßig von Pferdeäpfeln und nassen Stellen befreit werden, dass die Einstreu sauber und trocken ist und dass eine vernünftige Drainage für trockene Füße auf dem Paddock sorgt. Ist die Wiese sehr matschig, macht es wenig Sinn das Pferd grasen zu lassen, da es zum einen die Grasnarbe zerstört und zum anderen auch hier Hufinfektionen entstehen können. Dann kann schnell Strahlfäule entstehen (Lesen Sie HIER mehr zum Thema Strahlfäule) und auch Pilzinfektionen haben leichtes Spiel. 

Hufe_2

Matschige Paddocks und Wiesen lassen schnell Strahlfäule oder andere Hufinfektionen entstehen.

4. Hufbearbeitung

Bei einem beschlagenen Pferd sollte alle sechs bis acht Wochen der Hufschmied kommen und es neu beschlagen. Dabei werden die Eisen abgenommen, das seit dem letzten Beschlag nachgewachsene Horn wird gekürzt, der Huf wird wieder in Form gebracht und anschließend wird ein neu angepasstes Eisen befestigt. Dass die Hufe so bearbeitet werden ist sehr wichtig, damit das Pferd weiterhin schmerzfrei und ausbalanciert laufen kann.

Ist Ihr Pferd beschlagen, überprüfen Sie täglich beim Reinigen der Hufe und vor allem vor und nach dem Reiten oder anderen Aktivitäten, ob noch alle Eisen fest sitzen. Hat Ihr Pferd ein Eisen verloren, ist das Reiten bis der Hufschmied es wieder angebracht hat, tabu. Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden einen Schuh verlieren und sollten dann noch mit Rucksack auf dem Rücken Gymnastikübungen durchführen, Joggen gehen oder Hürdenlaufen. Kein schöner Gedanke. Und Ihrem Rücken würde die ungleiche Nutzung Ihrer Füße auch keinen Gefallen tun.

Geht das Pferd „barhuf“ durchs Leben, müssen auch hier in bestimmten, individuellen Abständen die Hufe ausgeschnitten und begradigt werden, um ein gleichmäßiges Hufwachstum und eine optimale Huffunktion. Die Abstände zwischen den Terminen bestimmen Abnutzung, Hufwachstum und Hufstellung. 

5. Fett und Öl                                                                                                                                                                         

Damit der Feuchtigkeitshaushalt der Hufe nicht gestört wird, können wir die Hufe vor dem Austrocknen schützen. Wir wissen aus dem Artikel „Der Feuchtigkeitshaushalt des Hufes“, dass die oberste Hornschicht des Wandhorns besonders stabil ist und den Huf so schon vor dem Austrocknen schützt. Wird diese oberste Wandschicht z.B. bei der Hufbearbeitung, bei häufigem Laufen in tiefem Sandboden oder durch langes Stehen in der Box beschädigt, können atmungsaktive Öle den Huf schützen. Sie schützen das Hufhorn auch dort wo die Nagellöcher beim Beschlag sitzen. Die Fettschicht wirkt wasserabweisend und kann so z.B. auch im Sommer vom Duschen aufgetragen werden. Dann kann das Hufhorn nicht so stark vom Wasser angegriffen werden. Huffett oder Huföl bietet also dieselben Vorteile wie eine Handcreme. Im Winter kann auch die Huf-Unterseite mit einem Pflegebalsam oder einer Hufsalbe eingestrichen werden. Und auch die Pflege des Kronrandes mit entsprechenden dafür vorgesehenen Pflegecremes (z.B. mit Lorbeer-Öl) verbessert die Hufgesundheit.

 

TEIL 2 dieses Artikels lesen Sie HIER. (folgt in der nächsten Woche)


 

Autor: Agnes Trosse