Salbei

Salbeiblätter enthalten ätherische Öle, Saponine, Flavonoide und Gerbstoffe. Die Kombination dieser Inhaltsstoffe hat eine vielseitige Wirkkraft. Zum einen wirkt Salbei antiseptisch und wundheilend. Zum anderen trägt er zum Lösen schmerzhafter Krämpfe bei und fördert die Wundheilung. Die im Salbei enthaltenen Nährstoffe regen den Leberstoffwechsel an. Traditionell wird er zur Beruhigung einer empfindlichen und krankheitsanfälligen Verdauung angewandt. Die ätherischen Öle des Salbeis unterstützen Pferde bei Blähungen und unangenehmen Magen-Darm-Krämpfen. Auch Pferden, die zu Durchfällen neigen, sollte Salbei gefüttert werden. Seine heilende Wirkung wird auch bei Entzündungen und Verletzungen im empfindlichen Maulbereich geschätzt. Bei Wespen- und Insektenstichen ist Salbei in Form eines aufgebrühten Aufgusses eine wahre Wohltat für Pferde. Äußerlich angewandt kann er zudem bei Satteldruck rasche Abhilfe verschaffen.

Die Salbeipflanze ist meist eine krautige Pflanze oder kleiner Strauch mit gegenständig angeordneten Laubblättern auf denen sich kleine, feine Haare befinden. Die rosa bis violetten Blüten stehen seitenständig und meist in Scheinquirlen zusammen.


Botanischer Name: Salvia folium

Familie: Lippenblütler

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Harze, Gerbstoffe, Flavonoide, Ätherische Öle (z.B. Thujon, Cineol)

Anwendung: Bei Durchfall, Gastritis, infektiösen Magen-Darm-Erkrankungen, Entzündungen der oberen Luftwege oder im Mund-/Rachenraum, Hauterkrankungen aller Art, Ekzemen, Mauke, Insektenstichen, Wunden, Wundspülung, begleitend bei Hautpilz


Wirkungsweise:

  • entzündungshemmend
  • zusammenziehend
  • antibakteriell
  • gegen Pilze
  • gegen Viren
  • gegen übermäßiges Schwitzen
  • antiseptisch
  • wundheilend

Schafgarbe

Schafgarbenkraut ist eine weit verbreitete Heilpflanze mit zahlreichen positiven Eigenschaften auf den Pferdekörper. Es enthält hochwertige ätherische Öle, Flavonoide sowie Gerb- und Bitterstoffe. Seit Jahrhunderten geschätzt ist es für seine blutstillende Wirkung bei äußeren und inneren Verletzungen. Die im Schafgarbenkraut enthaltenen Gerbstoffe bilden einen schützenden Film auf den Schleimhäuten und können somit Reizungen lindern und entgegenwirken. Diese entzündungshemmende Wirkkraft macht Schafgarbenkraut in Form eines aufgebrühten Tees unentbehrlich bei schmerzhaften Zahnfleischentzündungen sowie Entzündungen der Magen-Darm-Schleimhäute. Zudem trägt Schafgarbenkraut zu einer intakten Verdauung bei. In Zeiten des Fellwechsels fördert die Fütterung des Krauts eine optimale Durchblutung der Haut, die essentiell für eine gute Versorgung des Haarbalgs ist. Höchst bewährt ist Schafgarbenkraut auch in der Zucht. Es sorgt für eine ideale Durchblutung der Keimdrüsen, die für erhöhte Befruchtungsraten sorgen. Bei Fohlen hilft es, das Immunsystem aufzubauen und zu stabilisieren. Auch wenn die Blüten der Scharfgabe auf der Weide von Pferden meist stehen gelassen werden, wird das getrocknete Kraut gerne gefressen. Die Pflanze wird bis zu 60cm hoch und besitzt aufrechte und schwach behaarte Stängel. Der Blütenstand erfolgt in weißen, doldenartigen Rispen mit schmalen und lanzettenförmigen Blättern.

Hinweis: Die Einnahme von Schafgarbenkraut sollte sich auf vier Wochen beschränken, da es sonst zu einer Gastritis kommen kann.


Botanischer Name: Achillea millefolium

Volksnamen: Judenkraut, Schafzunge, Achilles, Tausendblatt

Familie: Korbblütler

Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Mineralien, Cumarine

Anwendung: Bei schlechter Verdauung, Hufrehe, Hufrollenentzündung, Durchblutungsstörungen, Schleimhautentzündungen im Magen-Darm-Trakt, Blähungen, Gastritis, Appetitlosigkeit, offenen Wunden, Blutungen oder allergischen Hauterkrankungen.


Wirkungsweise:

  • adstringierend
  • leicht harntreibend
  • blutstillend
  • leicht bakterienabtötend
  • krampflösend
  • verdauungsfördernd
  • sekretionsfördernd
  • entzündungshemmend

Schwarzkümmel

Die Gabe von Schwarzkümmelöl hat sich in der Pferdefütterung seit vielen Jahren bewährt. Es zeichnet sich aus durch immunregulatorische Eigenschaften, die das Immunsystem und die Atemwege von Pferden effektiv unterstützen können. Dies ist vor allem für Pferde zu empfehlen, die an Asthma oder Staubhusten leiden. Schwarzkümmelöl kann hier zu einer deutlichen Verbesserung des Wohlbefindens beitragen. Seine antiseptische Wirkkraft verhindert, dass sich Pilze und Bakterien im Futter ausbreiten können, so dass eine optimale Futterqualität auf Dauer erhalten bleibt. Bei säugenden Stuten wirkt Kümmel anregend auf die Michproduktion, was sich beim Fohlen positiv auf die Verdauungsorgane auswirkt. Äußerlich angewandt erleichtert Schwarzkümmelöl Beschwerden, die durch Satteldruck entstehen können, und mildert den Juckreiz lästiger Insektenstiche. Regelmäßig aufgetragen verleiht das Öl dem Fell von Pferden einen seidigen Glanz und fördert eine schnelle Regeneration beanspruchter Hautstellen.

Die Pflanze wird bis zu einem Meter hoch und trägt kleine, fein gefiederte Blätter an seinen verzweigten Stängeln. Während der Blütezeit bilden sich kleine rosa-weiße Blüten aus denen die braunen, länglich gebogenen Früchte entstehen.


Botanischer Name: Carum carvi

Volksnamen: Wiesenkümmel, Kümmich, Chümi, Köm

Familie: Doldenblütler

Inhaltsstoffe: Ätherische Öle (Carvon, Limonen), Flavonoide, Gerbstoffe, fettes Öl, Harz

Anwendung:  Bei Koliken die aus Nervosität entstehen, Magen-Darm-Beschwerden, Gasansammlungen im Bauch und Blähungen


Wirkungsweise:

  • Bakterien und Pilz abtötend
  • krampflösend
  • stark entblähend
  • Hemmung der Gärungs- und Fäulnisprozesse im Darm
  • stimuliert die Verdauungsvorgänge

Thymian

Thymian ist eine alte Heilpflanze, die bereits den Ägyptern nützliche Dienste erwies. Er wirkt entzündungshemmend und reizmildernd bei Entzündungen im Mund und Rachen sowie bei Husten. Diese Wirkung ist zurückzuführen auf die enthaltenen ätherischen Öle, die antibakteriell wirken und zudem die Ausbreitung von Hautpilzen hemmen können. Auch bei Verstimmungen des Magen-Darm-Traktes verschafft Thymian rasch Abhilfe. Er wirkt entkrampfend und reguliert gestörte Verdauungsprozesse, die zu Blähungen, Durchfall oder schmerzhaften Krämpfen führen können. Die Vielseitigkeit des Thymians zeigt sich bei einem Blick auf seine äußere Anwendbarkeit. Er lindert den Juckreiz wunder Hautstellen, wirkt entzündungshemmend und fördert die Wundheilung. Damit ist eine Fütterung an Pferde mit Hauterkrankungen wie Akne, eitrigen Hautstellen und Ekzemen besonders zu empfehlen. Denn Thymian ist eine wahre Wohltat für Pferde und kann ebenfalls bei Gebärmutterinfektionen und Störungen des Abgangs der Nachgeburt helfen. Tragenden Stuten sollte Thymian allerdings nicht gefüttert werden.

Der Thymian ist ein kleiner Halbstrauch, der bis zu 40 Zentimeter hoch wachsen kann. Die Blätter sind länglich-elliptisch, unterseitig behaart und wachsen an vierkantigen Stängeln. Seine rosa Blüten sind in kleinen Ähren angelegt.

Hinweis: Wegen des hohen Gehalts an ätherischem Öl muss Thymian genau dosiert werden. Bei Pferden sind 15 Gramm pro Tag völlig ausreichend.


Botanischer Name: Thymus vulgaris

Volksnamen: Immenkraut, Demut, Gartenthymian

Familie: Lippenblütengewächse

Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Oleoresine, Phenole (Thymol und Carvacro), Flavonoide, Gerbstoffe,

Anwendung:  bei Atemwegserkrankungen, Entzündungen, Hautirritationen, Magen-Darm-Beschwerden, Infektionen


Wirkungsweise:

  • entzündungshemmend
  • krampflösend
  • schleimlösend
  • wurmtreibend
  • desinfizierend
  • bakterien- und pilztötend

Weißdorn

Weißdornblüten, auch bekannt als Crataegus monogyna, regen mit ihren aktiven Inhaltsstoffen das Herz-Kreislauf-System von Pferden an. Zu seinen Hauptinhaltsstoffen zählen Flavonoide, oligomere Procyanide, Triterpensäure, Amine, Phenolcarbonsäure und Cumarine. Diese tragen erheblich zu einer verbesserten Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr des Herzens bei. Zudem wirken Weißdornblüten regulierend auf den Herzrhythmus. Besonders für ältere Pferde ist eine Fütterung der Blüten in Form eines Aufgusses, der über die tägliche Futterration gegossen wird, sehr zu empfehlen. Durch seine regulierende und gefäßerweiternde Wirkkraft sind Weißdornblüten auch für Pferde, die an Hufrehe erkrankt sind, ideale Heilpflanzen. Besonders bei erhöhten Temperaturen in den Sommermonaten hilft Weißdorn, den Kreislauf stabil zu halten.

Der Weißdorn zeigt sich als Strauch oder kleiner Baum. Seine Äste sind mit spitzen Dornen versehen an denen dunkelgrüne, nach vorn dreilappige Blätter mit weißen Blüten ranken.

Da Weißdornblüten als Langzeit-Therapeutikum gegeben werden, ist eine Zugabe von mindestens sechs bis zwölf Wochen notwendig bis eine Wirkung erziehlt wird. Eine dauerhafte Zufütterung der Blüten ist in der Regel unbedenklich.


Botanischer Name: Crataegus monogyna

Volksnamen: Hagedorn, Zaundorn, Christdorn, Heckendorn

Familie: Kernobsgewächste, Rosengewächse

Inhaltsstoffe: Flavonoide, oligomere Procyanide, Triterpensäure, Amine, Phenolcarbonsäure, Cumarine

Anwendung: Bei Durchblutungsstörungen, Kreislaufproblemen, Hufrehe oder -rolle


Wirkungsweise:

  • Stärkung des Kreislaufs
  • Stärkung des Herzens
  • Blutdruckstabilisierend

Weißdorn

Ginkgo

Ginkgo soll die Durchblutung der tiefer liegenden Arterien, besonders im Bereich des Gehirnes und der Extremitäten, verbessern. Durch eine gute Durchblutung können alle Organe besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden, was speziell für ältere Pferde von Vorteil sein kann. Durch die Zugabe von Ginkgo – im Futter oder pur – lässt sich bei einigen Pferden beobachten, dass diese aufmerksamer und agiler sind sowie über ein erhöhtes Konzentrationsvermögen verfügen. Da beispielsweise die Hufrehe mit einer Durchblutungsstörung der Huflederhaut einhergeht, ist Ginkgo zusätzlich ein gutes homöopathisches Mittel bei dieser Erkrankung.

Der Ginkgobaum an sich, kann bis zu 30 Meter hoch werden. Er besitzt langstielige, zweilappige Blätter, welche dem Pferd getrocknet oder als Präparat aus der Apotheke gefüttert werden können.


 

Botanischer Name: Ginkgo biloba

Volksnamen: Tempelbaum

Familie: Ginkgogewächse (Ginkgoopsida)

Inhaltsstoffe: Diterpene aus Ginkgoliden A, B, C, Sesquiterpene, Bilobalid, Föavonoide, Käpferol, Quercetin, Ginkgolsäuren

Anwendung: Durchblutungsstörungen, Hufrehe, Verbesserung der Gedächtnisleistung


Wirkrichtungen:

  • schmerzlindernd
  • durchblutungsfördernd
  • konzentrationsfördernd
  • beruhigt das Nervensystem

Baldrian

Zu finden ist Baldrian meist an feuchten Wiesen und Gräben sowie an sonnigen Böschungen. Die Pflanze kann bis zu einem Meter hoch wachsen und besitzt einen kantigen Stängel mit großen Fiederblättern und rötlich-weißen Blüten. Die Wurzel des Baldrians galt bereits im Mittelalter als Allheilmittel. Ihm wird neben einer fiebersenkenden Wirkung auch eine entspannende und entkrampfende Wirkung auf die Muskulatur nachgesagt. Hauptsächlich wird Baldrian allerdings als Beruhigungsmittel eingesetzt. Er soll beruhigend auf das Nervensystem einwirken, ohne süchtig oder benommen zu machen.

Für Pferde eignet sich Baldrian bei einem Stall- oder Besitzerwechsel sowie bei Veränderungen im Umfeld des Stalles oder der Weide. Auch ängstliche und nervöse Pferde können durch die Zugabe von Baldrian leichter zur Ausgeglichenheit finden. Dabei ist zu erwähnen, dass die Zugabe von Baldrian erst erfolgen sollte, nachdem die Gründe für Stress oder Ängste herausgefunden wurden. Oft resultiert ein gestresstes Pferd aus Krankheiten, falscher Ausrüstung oder Mängeln in der Haltung. Man sollte nicht sofort zu Baldrian greifen, wenn das Pferd mal scheut oder durchgeht. Da Baldrian als Dopingmittel gilt, ist die Nutzung vor dem Turnier ebenfalls nicht geeignet. Bei Freizeitpferden ist die Zugabe von Baldrian in der Regel bedenkenlos.


 

Botanischer Name: Valeriana officinalis

Volksnamen: Stinkwurz, Mondwurzel, Katzenkraut

Familie: Baldriangewächse

Inhaltsstoffe: enthält unter anderem Alkaloide, ätherische Öle (Monoterpene und Sesquiterpene)

Anwendung: Innerlich, Wurzeln (Radix valerianae) getrocknet oder als Flüssigbrodukt



Wirkrichtungen:

  • fiebersenkend
  • entzündungshemmend
  • immunstabilisierend
  • entspannt und entkrampft die Muskulatur
  • beruhigt das Nervensystem

Ingwer

Die Inhaltsstoffe des Ingwer verbinden sich mit den gleichen Rezeptoren in den Zellen, wie es entzündungshemmende Medikamente wie z.B. Equipalazone tun. Obwohl es sich also um ein reines Pflanzenprodukt handelt, verfügt Ingwer nachweislich über eine schmerz- und entzündungshemmende Wirkung. Ist er also eine unbedenkliche Alternative zum Medikament vom Tierarzt? Unbenommen ist die Tatsache, dass Schmerzsymptomatiken mit Ingwer gelindert werden können. In manchen Fällen sogar so weit, dass eine Lahmheit verschwindet. Die Ursache bekämpft Ingwer jedoch nicht. more „Ingwer“

Arnika

Seit dem 18. Jahrhundert wird Arnika zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Die Wirkung der Pflanze bei Beschwerden des Bewegungsapparates und der Muskulatur ist klinisch belegt. Die wirksamen Bestandteile der Pflanze, die vor allem antiseptisch, antibakteriell, antiarthritisch und entzündungshemmend wirken, finden sich in ihrer Blüte. Einige Bestandteile sind toxisch und können zu Vergiftungen führen, weswegen Arnika auch nicht innerlich angewendet werden sollte und die Verwendung so stattfinden sollte, dass das Pferd die Creme oder Tinktur nicht ablecken kann. more „Arnika“

Pfefferminze

Pfefferminze ist eine besonders wohlschmeckende Heilpflanze, die bei Pferden zur Anregung des Appetits beitragen kann. Die Inhaltsstoffe der Pfefferminze wirken zudem schleimlösend und fördern den Auswurf des Schleims in den Bronchien. Somit werden die Atemwege langfristig befreit und Pferden wird die Atmung spürbar erleichtert. Weniger bekannt und deshalb hier umso wichtiger zu nennen ist die schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung der Pfefferminze. more „Pfefferminze“