Blähungen: Wenn zu viel Luft im Bauch ist

Wenn der Bauch Ihres Pferdes aussieht wie ein Heißluftballon, dann stimmt etwas mit der Verdauung nicht.

Fakten:

Blähungen werden beim Pferd von Tierärzten auch Meteorismus genannt. Dabei entstehen vermehrt Gase im Darm. In schweren Fällen spricht man von einer Gaskolik. Dabei kann durch die Gase der Darm überdehnt werden, sich verschlingen oder sogar reißen. Eine Gaskolik kann also unbehandelt im schlimmsten Fall tödlich verlaufen.

Der Druck, der von den Gasen verursacht wird, ist schmerzhaft, so dass betroffene Pferde häufig druckempfindliche Bäuche haben und in der Bewegung steif wirken. Gefährlich wird es auch, wenn die Blähungen dafür sorgen, dass der Darm auf das Zwerchfell drückt. Hier können dann auch Herz und Lunge beeinträchtigt werden.

Symptome:

Bei leichten Blähungen:

  • Bauchschmerzen
  • Schmerzgesicht
  • es geht wenig Kot und viel Gas ab
  • laute Darmgeräusche
  • Umdrehen zum Bauch
  • leichte Apathie oder Unruhe

Bei schweren Blähungen:

  • Wälzen
  • Schlagen unter den Bauch
  • Hinlegen bis zum Hinwerfen
  • Schwitzen
  • starke Darmbewegung bis hin zu Darmlähmung
  • stark aufgegaster Bauch
  • beschleunigter Puls
  • schnelle und flache Atmung
  • Atemnot
  • Kreislaufprobleme bis hin zu Kreislaufversagen
  • Schock

Ursachen:

Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Blähungen beim Pferd: Beim sog. primären Meteorismus hat das Pferd Futter zu sich genommen, das zu einer starken Gasbildung führt, indem es die Verdauungsvorgänge im Magen und Darm stört. Futter, das solche starken Blähungen auslöst, kann sein:

  • junges Gras/Klee (Achtung beim Anweiden!)
  • rohfaserarme Kost
  • frisches Brot
  • zu eiweißreiche Kost (Achtung z.B. mit zu vielen Leckerchen! Auch Silage oder Weidegang)
  • Obst oder Gemüse (Birnen blähen sehr stark, hier ist Vorsicht geboten!, zu viele Äpfel können auch zu Blähungen führen, für Karotten, Rüben & Co gilt dasselbe)
  • welkes/erhitztes Grünfutter

Aber auch zu stärkehaltige Mahlzeiten etwa aus Getreiderationen oder auch abrupte Futterwechsel können zu einer Verschiebung der Darmflora und damit einer Fehlbesiedelung des Darms führen.  Beim sog. sekundären Meteorismus ist eine andere Darmerkrankung des Pferdes ursächlich für die Aufgasung. Eine solche Erkrankung kann z.B. sein:

  • ein Darmverschluss (Ileus)
  • eine Motorische Störung des Darms (paralytischer Ileus)

Weil es bei diesen Erkrankungen zu Engpässen in der Darmpassage kommt, kann der Futterbrei nicht mehr weiter rutschen. Deswegen bildet sich Gas. In diesem Fall ist ein sofortiger Tierarztbesuch unerlässlich, da sonst der Darm noch weiter geschädigt wird. Ebenso ursächlich für Aufgasungen beim Pferd, kann es sein, wenn das Pferd besonders schnell frisst, gestresst ist oder seine Leber überlastet ist. Auch Zahnprobleme können dazu führen, dass Futter nicht ausreichend eingespeichelt in den Magen gelangt und damit der komplette weitere Futtertransport die Darmflora belastet. Allergien und Futtermittelunverträglichkeiten, das Luftziehen beim Koppen sowie hormonelle Dysbalancen bei Stuten können ebenfalls Blähungen hervorrufen.

Krankheitsverlauf:

Hat ein Pferd Blähungen (Meteorismus) ist es ratsam, den Tierarzt zu Rate zu ziehen. Blähungen können in unterschiedlich starkem Maße auftreten. Dabei können schon leichte Aufgasungen schmerzhaft für das Pferd sein und zu Rittigkeitsproblemen führen. Bei größeren Mengen an Gasen im Bauch kann es schnell gefährlich werden, da einzelne Darmabschnitte dabei stark gedehnt werden. Überdehnungen des Darms, Motilitätsstörungen bis hin zum Darmriss können die Folge sein. Es besteht dann Lebensgefahr.

Ein Tierarzt sollte also möglichst schnell die Ursache für die Blähungen finden und behandeln, da besonders eine frühzeitige Behandlung Komplikationen vermeiden hilft.    

Diagnose: 

  1. gründliche Untersuchung durch den Tierarzt
  2. Fütterung überprüfen
  3. Allgemeinuntersuchung unter besonderer Beachtung von Kreislauf und Atmung
  4. Ausschluss einer vorliegenden Kolik
  5. rektale Untersuchung zur Feststellung, welche Darmabschnitte besonders betroffen sind
  6. Ausschluss eines Darmverschlusses oder ähnlicher anderer Probleme
  7. Einführung einer Nasen-Schlund-Sonde um Futter und Gas aus dem Magen zu beurteilen
  8. eventuell kann auch ein Ultraschall des Darms gemacht werden

Prognose:

Die Prognose ist vom Grund für die Symptome und vom Schweregrad der Beschwerden abhängig. Handelt es sich um fütterungsbedingte Blähungen, die auftreten, weil das Falsche gefüttert wurde, kann die Prognose gut sein. Leidet das Pferd jedoch an Magen- oder Darmerkrankungen, die zu den Blähungen führen, ist ausschlaggebend, wie schwer die Grunderkrankung ist. Je eher das Pferd behandelt wird und je geringer die Symptome sind, desto besser sind die Heilungschancen.

Risikopatienten:

  • Kopper
  • Allergiker
  • Stresspatienten
  • Pferde mit Stoffwechselproblemen

Was ist zu tun?

Wenn das Pferd nun trotz aller Vorsichtsmaßnahmen unter einem aufgeblähten Bauch leidet, sind folgende Maßnahmen zu ergreifen:

  1. Leichte Bewegung an der Hand im Schritt (Denk daran: Dein Pferd hat Bauchschmerzen! Es darf jetzt weder gescheucht werden, da dabei Darmschlingen entstehen können, noch solltest Du es reiten. Ein angelegter Sattelgurt kann zu Verspannungen führen, die wiederum dazu führen können, dass die Gase nicht abgehen können) oder wenn das Pferd es selbst anbietet in einem langsamen Trab.
  2. Das Pferd darf sich ruhig auch wälzen. Auch das kann dabei helfen, dass sich der „Pups löst“.
  3. Untersuchung durch den Tierarzt, wenn durch die Bewegung die Symptome nicht besser werden
  4. Behandlung durch den Tierarzt

Alternative Behandlung und Besonderheiten bei der Fütterung:

Kräuter wie Fenchel, Anis und Kümmel können entblähend wirken. Auch der Esparsette wird eine entblähende Wirkung zugeschrieben. Bei der Fütterung sollte immer darauf geachtet werden, dass das Futter möglichst schimmel- und pilzfrei ist.  Eine Darmsanierung kann der entgleisten Darmflora helfen zu regenerieren.

Autor: Agnes Trosse

Quellen:                                                                                                                                                                                               Dr. med. vet. Iris Kiesewetter, tiermedizinportal.de                                                                                                                Dr. Susanne Weyrauch
Huskamp, B. et al.: Handbuch Pferdepraxis. Enke, Stuttgart 2006
Wintzer, H.-J.: Krankheiten des Pferdes: Ein Leitfaden für Studium und Praxis. Parey, Berlin 1999

 

Nachtkerze

Seit dem 18. Jahrhundert wird die Nachtkerze als Nahrungs- und Heilmittel genutzt. Nachtkerzenöl wird aus dem Samen der Nachtkerze, auch Oenothera biennis L. genannt, durch Pressung und Filtration gewonnen. Es ist bekannt für seine besonders positive Wirkung auf Haut und Fell von Pferden. Die reichlich enthaltene Gamma-Linolsäure muss dem Körper als essentielle Fettsäure über die Nahrung zugeführt werden. Sie trägt zu seidig glänzendem Fell sowie einem geschmeidigen Hautgefühl bei Pferden bei. In Zeiten des Fellwechsels wirkt sie unästhetischer Schuppenbildung entgegen. Zudem fördert Nachtkerzenöl ein schnelles Abheilen aufgeschürfter Hautstellen. Auf Druckstellen und Fellblessuren ist es eine wahre Wohltat für Pferde. Mit Nachtkerzenöl lassen sich auch Pferde behandeln, die am Sommerekzem leiden. Das häufig mit dieser Hautkrankheit verbunden Scheuern und Aufreiben der juckenden Hautstellen wird durch das Auftragen des Öls gemildert. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Nachtkerzenöl seit über 300 Jahren ein bewährtes und beliebtes Naturheilmittel ist.

Die Nachtkerze verfügt über aufrechte Stängel an deren sich ihre Blätter länglich verkehrt anordnen. Sie wird bis zu einem Meter hoch und an der Spitze befinden sich ihre über zwei Zentimeter großen, schwefelgelben, duftenden Blüten, die sich meist erst am Abend öffnen.


Botanischer Name: Oenotherae oleum

Volksnamen: Sommerstern, Nachtstern, Abendblume

Familie: Nachtkerzengewächse

Inhaltsstoffe: Fettes Öl mit 60-80 % Linolsäure, 8-14 % y-Linolensäure

Anwendung:  Bei Druckstellen, Juckreiz, Hautschorf, Schuppen, trockener Haut oder Sommerekzem


Wirkungsweise:

  • entzündungshemmend
  • juckreizlindernd
  • immunmodelierend

Walnußblätter

Walnussblätter, auch bekannt als Juglans regia, sind eine wahre Wohltat für Pferde, die am Sommerekzem leiden, einer tückischen Hautkrankheit, die durch eine allergische Reaktion auf Insektenstiche ausgelöst wird. Es ist deutlich an juckenden und aufgescheuerten Wundstellen auf der Haut zu erkennen. Walnussblätter wirken einerseits blutstillend, was besonders bei klaffenden Wunden hilfreich ist, andererseits auch blutreinigend. Sie dienen ideal zur natürlichen Desinfektion betroffener Hautstellen. In Walnussblättern ist reichlich Vitamin C und E sowie Inosit enthalten, die essentiell für eine optimale Leber- und Nierenfunktion sind. Die Funktion dieser Entgiftungsorgane des Körpers wird durch die Gabe der Blätter ins Futter effektiv unterstützt. Walnussblätter fördern eine intakte Verdauung und wirken sich positiv auf den gesamten Magen-Darm-Trakt aus.

Der Walnussbaum besitzt eine graubraune Borke und wird bis zu 25 Meter hoch. Seine Blätter sind wechselständig angeordnet und unpaarig gefiedert. Die Frucht, die eigentliche Nuss, ist kugelig aus einem harten, runzeligen Steinkern.


Botanischer Name: Juglandis folium

Volksnamen: Steinnuss, Christnuss

Familie: Walnussgewächse

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Ätherisches Öl, Juglon (gegen Pilze), Flavonoide, Bitterstoffe

Anwendung:  Bei eitrigen Wunden, Verbrennungen, Hautpilz, Mauke, zur Fliegenabwehr


Wirkungsweise:

  • reizlindernd
  • gewebeverdichtend
  • sekretionshemmend
  • zusammenziehend
  • entzündungshemmend
  • antibakteriell
  • antiviral
  • mild oberflächenanästhesierend

Ringelblume

Die Ringelblume ist eine natürliche Heilpflanze mit besonders vielfältiger Wirkkraft. Sie enthält Schleimstoffe, Bitterstoffe, ätherische Öle und Flavonoide. Diese wirken im Inneren des Pferdekörpers harntreibend und blutreinigend, indem sie die entgiftende Funktion der Leber und der Nieren unterstützen. Ringelblumen regen die Schweißproduktion an, wodurch die Entgiftung des Körpers zusätzlich unterstützt wird. Auf einen matten Kreislauf wirken sie stimulierend und anregend. Äußerlich angewandt haben Ringelblumenblüten eine positive Wirkung auf die Haut. Die enthaltenen Flavonoide wirken in Kombination mit den ätherischen Ölen entzündungshemmend. Bei kleineren Hautverletzungen, Quetschungen oder Geschwüren sind Ringelblumen eine wahre Wohltat für die betroffenen Stellen. In Form einer Kompresse, Salbe oder eines Breiumschlags tragen sie zu einer raschen Abheilung geschädigter Hautpartien ab. Sogar bei schwerwiegenden Hauterkrankungen wie dem Sommerekzem tragen Ringelblumen zur Linderung des Juckreizes und Regeneration der strapazierten Hautstellen bei.

Als einjährige, anspruchslose Pflanze wird die Ringelblume bis zu 60cm hoch. Ihre Stängel sind kantig und filzig behaart mit länglichen und ebenfalls behaarten Blättern. Ihre gelb-orangenen Blüten sieht man die Ringelblume häufig an Wegesrändern, Zäunen und in vielen Gärten.


Botanischer Name: Calendula officinalis

Volksnamen: Goldblume, Butterblume, Ringelrose

Familie: Korbblütler

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Calendula-Sapogenin, Saponine, Glykoside, Bitterstoffe, Flavonoide, Schleimstoffe

Anwendung:  bei Prellungen, Quetschungen, Wunden, Verbrennungen, Geschwüren, Ekzemen, Warzen, Pilzerkrankungen, Entzündungen der Schleimhäute und Strahlfäule


Wirkungsweise:

  • antiviral
  • pilzabtötend
  • antibakteriell
  • gegen Ödeme
  • entzündungshemmend
  • granulationsfördernd
  • wundheilungsfördernd

Teufelskralle

Durch die Teufelskralle finden alle degenerativen, entzündlichen und schmerzhaften Erkrankungen des Gelenkapparates Linderung. Dazu gehören beispielsweise die Arthritis, chronische entzündliche  Polyarthritis, Rheuma, Hufrollenentzündung, und alle Arten von Arthrosen wie Spat oder Schale. Die Teufelskralle hat eine schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung und ist somit ein bewährtes Heilmittel bei Erkrankungen des Bewegungsapparates. Darüber hinaus fördert sie den Stoffwechsel und wirkt harntreibend und nierenanregend. Ob als reine Wurzel oder als Fertigpräparat, kann die Teufelskralle bei chronischen Erkrankungen als Kur gefüttert werden um eine Gewöhnung des Körpers zu vermeiden. Dabei sollte die Tagesdosis etwa 15g pro Pferd betragen und über einen Zeitraum von sechs bis neun Monaten gefüttert werden. Da die Teufelskralle auch die Uterusmuskulatur anregen kann, sollte sie nicht an Tragende Stuten verfüttert werden.

Ihren Namen hat die Teufelskralle von ihren verzweigten und knorrig geformten Armen. Ihre leuchtend roten Blüten blühen während der Regenzeit bis sich aus ihnen eine verholzende Frucht entwickelt, die mit Wiederhaken versehen ist und die Krallenform ausbildet. Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Süden Afrikas bis sie – recht spät – auch in Europa eingeführt wurde.

Hinweis: Die Teufelskralle ist ein schmerzstillendes Mittel. Es besteht die Gefahr einer Überanstrengung, da Lahmheiten überdeckt werden können.


Botanischer Name: Harpagophytum procumbens

Familie: Pedaliengewächse

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, freie Zimtsäure, Flavonoide

Anwendung:  Bei Schmerzen im Bewegungsapparat, Schale, Spat, Arthrose und Arthritis, Muskelschmerzen, Neuralgien, Appetitlosigkeit, chronischen Entzündungen


Wirkungsweise:

  • choleretisch
  • entzündungshemmend
  • schmerzlindernd
  • appetitanregend
  • harntreibend
  • nierenanregend