Weißdorn

Weißdornblüten, auch bekannt als Crataegus monogyna, regen mit ihren aktiven Inhaltsstoffen das Herz-Kreislauf-System von Pferden an. Zu seinen Hauptinhaltsstoffen zählen Flavonoide, oligomere Procyanide, Triterpensäure, Amine, Phenolcarbonsäure und Cumarine. Diese tragen erheblich zu einer verbesserten Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr des Herzens bei. Zudem wirken Weißdornblüten regulierend auf den Herzrhythmus. Besonders für ältere Pferde ist eine Fütterung der Blüten in Form eines Aufgusses, der über die tägliche Futterration gegossen wird, sehr zu empfehlen. Durch seine regulierende und gefäßerweiternde Wirkkraft sind Weißdornblüten auch für Pferde, die an Hufrehe erkrankt sind, ideale Heilpflanzen. Besonders bei erhöhten Temperaturen in den Sommermonaten hilft Weißdorn, den Kreislauf stabil zu halten.

Der Weißdorn zeigt sich als Strauch oder kleiner Baum. Seine Äste sind mit spitzen Dornen versehen an denen dunkelgrüne, nach vorn dreilappige Blätter mit weißen Blüten ranken.

Da Weißdornblüten als Langzeit-Therapeutikum gegeben werden, ist eine Zugabe von mindestens sechs bis zwölf Wochen notwendig bis eine Wirkung erziehlt wird. Eine dauerhafte Zufütterung der Blüten ist in der Regel unbedenklich.


Botanischer Name: Crataegus monogyna

Volksnamen: Hagedorn, Zaundorn, Christdorn, Heckendorn

Familie: Kernobsgewächste, Rosengewächse

Inhaltsstoffe: Flavonoide, oligomere Procyanide, Triterpensäure, Amine, Phenolcarbonsäure, Cumarine

Anwendung: Bei Durchblutungsstörungen, Kreislaufproblemen, Hufrehe oder -rolle


Wirkungsweise:

  • Stärkung des Kreislaufs
  • Stärkung des Herzens
  • Blutdruckstabilisierend

Weißdorn

Weidefütterung

Ab auf die Weide! Viele wertvolle Sport- oder Zuchtpferde sehen von der Weide nicht viel. Sie kommen wenn überhaupt mal auf’s Paddock, aus sorge davor, dass sie sich in der Herde verletzen oder das Gras ihnen schaden könnte. Andere Pferde stehen das ganze Jahr über auf der Weide, bis vom Gras nicht mehr viel übrig bleibt. Diese Pferde sind zwar ständig draußen, doch von der Weide als Ernährungsfaktor ist dann nicht mehr die Rede.

Kommen wir zur Fragestellung: Kann eine Sommerweide wirklich eine wertvolle Futtergrundlage für ein Pferd bieten? Die Antwort lautet: Prinzipiell ja, wenn die folgenden Punkte zutreffen.

  • Auf meiner Weide befinden sich mehr als 100 Pflanzenarten je 100 Quadratmeter und eine dichte Grasnarbe ist vorhanden.
  • Auf meiner Weide befinden sich keine Hochleistungsgräser für Milchkühe, da mein Pferd nicht auf Fleischmengen und Milchleistung getrimmt werden soll.
  • Die Düngung hat ein Fachmann aufgrund einer Bodenanalyse durchgeführt.
  • Meine Weide hat kaum Trittschäden und tiefen Verbiss, da sie bei schlechtem Wetter geschont wird.
  • Meine Weide wird regelmäßig abgeäppelt und überständige Reste werden gemäht.
  • Es erfolgt eine regelmäßige Nachsaat mit hohem Anteil an fruktanarmen Gräsern (zum Beispiel Rotschwingel, Wiesenfuchsschwanz oder Knaulgras).
  • Meine Weide besteht bis zu 80 Prozent aus Gräsern und 10 bis 15 Prozent aus Kräutern und Klee.

Pferde sind im Durchschnitt 12 bis 18 Stunden pro Tag mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Die Futterpausen dazwischen liegen bei jeweils maximal zwei Stunden. Aus diesem Grund kann erst dann von einer ausreichenden Weideversorgung gesprochen werden, wenn eine ausreichende Grasmenge zur Verfügung steht. Weidezeiten unter vier Stunden täglich bei einer Graslänge unter zehn Zentimetern liefern keine ausreichende Rohfaser, die zur Ernährung des Pferdes wesentlich beiträgt. Ein Pferd im Erhaltungsbedarf muss circa 3,5-mal so viel Grünfutter fressen, wie es im Winter an Heu benötigt. Hierzu sind zweimal tägliche Weidezeiten von insgesamt fünf bis sechs Stunden, bei ausreichender Grasmenge erforderlich. Ist dies nicht gewährleistet, sollte auf die ausreichende Zugabe von Heu geachtet werden.

Mehr Infos zu diesem Thema in „Pferdefütterung nach Maß“ von Dr. Kathrin Irgang und Klaus Lübker. Erschienen im Cadmos Verlag.

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Drei Engel für Energie

Es sind die drei Grundnährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate aus denen der Körper Energie gewinnt. Je nach Leistungsumfang unserer Pferde tragen diese Nährstoffe maßgeblich dazu bei ob unsere Pferde dicker, dünner, fitter oder träger werden. Lest hier, was diese Grundnährstoffe eigentlich genau sind.

Eiweiße (Proteine)

Eiweiße sind eine umfangreiche gruppe von organisch-chemischen Verbindungen, die sich aus Aminosäuren durch Peptidbindungen kettenartig zusammensetzen. Bei den Aminosäuren unterscheidet man zwischen den lebensnotwendigen und austauschbaren Aminosäuren. Die lebensnotwendigen Aminosäuren müssen mit dem Futter aufgenommen werden, da der eigene Organismus diese nicht bilden kann. Wichtig ist neben der richtigen Menge das richtige Verhältnis dieser Säuren zueinander. Die populärsten Aminosäuren sind unter anderem Lysin und Methionin. Oft wird gesagt, dass gerade für die Muskelarbeit viele Eiweiße benötigt werden, jedoch funktioniert dies nicht ohne die Zugabe von Fetten oder Kohlenhydraten im Verhältnis.

Pflanzliche Fette und Öle

Pflanzliche Fette und Öle sind die wohl wichtigsten Energieträger der Futtermittel. Aufgrund des hohen Energiegehalts von bis zu 39 Megajoule je Kilogramm und den Gehalten an freien Fettsäuren, Vitaminen und Provitaminen sollte auf ihnen ein besonderes Augenmerk liegen.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate bilden den Hauptanteil in der Trockenmasse des pflanzlichen Futters. Sie werden ihrem chemischen Aufbau entsprechend in Mehrfachzucker oder Einfachzucker eingeteilt und liefern besonders schnell verfügbare Energie. Zu den Mehrfachzuckern gehört neben der Zellulose die Stärke. Sie ist das Hauptkohlenhydrat in Getreidekörnern mit einem Anteil von 65 bis 70 Prozent. Stärke wird durch spezifische Enzyme der Verdauungssäfte und bakterielle Enzyme der Darmflora abgebaut. Gerade bei Pferden wird ein großer Teil der Kohlenhydrate zur Bildung von Fettstoffen eingesetzt.

Ginkgo

Ginkgo soll die Durchblutung der tiefer liegenden Arterien, besonders im Bereich des Gehirnes und der Extremitäten, verbessern. Durch eine gute Durchblutung können alle Organe besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden, was speziell für ältere Pferde von Vorteil sein kann. Durch die Zugabe von Ginkgo – im Futter oder pur – lässt sich bei einigen Pferden beobachten, dass diese aufmerksamer und agiler sind sowie über ein erhöhtes Konzentrationsvermögen verfügen. Da beispielsweise die Hufrehe mit einer Durchblutungsstörung der Huflederhaut einhergeht, ist Ginkgo zusätzlich ein gutes homöopathisches Mittel bei dieser Erkrankung.

Der Ginkgobaum an sich, kann bis zu 30 Meter hoch werden. Er besitzt langstielige, zweilappige Blätter, welche dem Pferd getrocknet oder als Präparat aus der Apotheke gefüttert werden können.


 

Botanischer Name: Ginkgo biloba

Volksnamen: Tempelbaum

Familie: Ginkgogewächse (Ginkgoopsida)

Inhaltsstoffe: Diterpene aus Ginkgoliden A, B, C, Sesquiterpene, Bilobalid, Föavonoide, Käpferol, Quercetin, Ginkgolsäuren

Anwendung: Durchblutungsstörungen, Hufrehe, Verbesserung der Gedächtnisleistung


Wirkrichtungen:

  • schmerzlindernd
  • durchblutungsfördernd
  • konzentrationsfördernd
  • beruhigt das Nervensystem

Esparsette

Seit dem 16. Jahrhundert wurde in Deutschland die Esparsette, eine Verwandte der Erbse, als besonders hochwertige Futterpflanze angebaut. Ihr Heu wurde vor allem als „Kraftfutter“ zur Fütterung von Arbeitspferden in der Landwirtschaft eingesetzt. Die Technisierung der Landwirtschaft, die zu Luzerne vergleichsweise geringe Ertragsmenge und die besonderen Ansprüche der Esparsette an die Bodenverhältnisse beim Anbau sorgten dafür, dass diese wertvolle Pflanze fast in Vergessenheit geriet. more „Esparsette“