Mariendistel

Die Mariendistel gilt als das wirksamste natürliche Leberheilmittel. Sie enthält bis zu einem Drittel linolsäurereiches Öl sowie Flavonoide, Bitterstoffe, ätherische Öle und Harze. Zudem enthält sie den einzigartigen Wirkstoffkomplex Silymarin. Dieser wirkt antioxidativ, regenerativ und gallefördernd. Die Inhaltsstoffe der Mariendistel schützen die Leberzellen vor schädlichen Toxinen und tragen zum Aufbau neuer Leberzellen bei. Leberprobleme zeigen sich häufig durch Müdigkeit und Leistungsschwäche, die sich wiederum auf eine falsche Medikamentengabe, Infektionen, Unstimmigkeiten im Grundfutter oder auch auf Verwurmung zurückführen lassen. Mariendistel kann als Kraut oder in ganzen Samen verfüttert werden. Die Samen sind jedoch im Ganzen vom Körper schwer zu verdauen und daher für Pferde mit empfindlicher Verdauung nicht zu empfehlen. Sie sollten geschrotet oder gemahlen werden. Bei besonders empfindlichen Pferden sollte auf das Kraut zurückgegriffen werden, das sich durch optimale Verträglichkeit und Verdaulichkeit auszeichnet.


Botanischer Name: Silybum marianum

Familie: Korbblütler = Asteraceae

Inhaltsstoffe: Flavon, Flavonoide, Bitterstoff, biogene Amine, Gerbstoff, Farbstoff, unbekannte scharfe Substanz, Silybin, Silymarin, Ätherische Öle

Anwendung: Innerlich als Tee oder gemahlene/geschrotete Samen


Wirkrichtungen:

  • adstringierend
  • anregend
  • entgiftend
  • harntreibend
  • krampflösend
  • leberstärkend
  • schweisstreibend
  • tonisierend
  • bei Leberproblemen
  • bei Allergien
  • bei Darmbeschwerden

Sonnenhut (Echinacea)

Jahrhundertelang nutzten nordamerikanische Indianer die heilenden Kräfte des Echinacea. Echinacea, auch als Sonnenhut bekannt, ist eine bewährte Heilpflanze zur Stärkung des Immunsystems von Pferden. Er wirkt antibakteriell und immunstimulierend. Sein Saft kann bei Wunden, Hautpilzen sowie Entzündungen der Haut aufgetupft werden und somit den Heilungsprozess der betroffenen Stellen anregen. Regelmäßig angewendet wirkt Echinacea Erkältungen und grippalen Infekten präventiv entgegen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Echinacea als essentieller Bestandteil in vielen Kräutermischungen für die Atemwege enthalten ist.


Botanischer Name: Echinacea (aus dem Altgriechischen)

Familie: Korbblütler

Inhaltsstoffe: enthält unter anderem Alkylamide

Anwendung: wird verwendet äußerlich und innerlich als Saft oder Tee


Wirkrichtungen:

  • zur Unterstützung bei Atemwegs- oder Harnwegs-Infekten
  • bei Husten, Halsschmerzen, Mandelentzündungen
  • äußerlich bei schlecht heilenden Wunden
  • zur Stärkung des Immunsystems

Eibisch

Eibisch ist ein pflanzliches Heilmittel dem eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird. Eibisch enthält viele Schleimstoffe und ätherisches Öl. Die Schleimstoffe sind sogenannte Heteropolysaccharide, die im Wasser zu einer gelartigen Konsistenz aufquellen und sich wie ein Schutzfilm auf die Schleimhäute legen. Traditionell angewendet kann Eibisch somit gereizte Schleimhäute beruhigen und zur Entzündungshemmung beitragen. Diese Wirkung ist vor allem bei Infektionen und Entzündungen der Atemwege wie Erkältungen, Bronchitis und grippalen Infekten besonders hilfreich. Doch der Eibisch kann noch viel mehr: In gemahlener Form kann die Eibischwurzel Krampfkoliken bei Pferden vorbeugend entgegenwirken. Zudem findet er zur Behandlung von Abszessen, Augenentzündungen, Blasenentzündungen, Durchfall und Zahnfleischproblemen Einsatz. Eibisch sollte folglich in keinem Kräuterschrank fehlen.


Botanischer Name: althaea (aus dem Griechischen)

Familie: Malvengewächse

Inhaltsstoffe: enthält unter anderem Schleimstoffe, Pektine und Stärke

Anwendung: Äußerlich und Innerlich, Wurzeln (Althaeae Radix) und Blätter (Althaeae Folium)


Wirkrichtungen:

  • reizmildernd
  • entzündungshemmend
  • immunstabilisierend
  • bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum
  • zur Linderung von Hustenreiz
  • zur Linderung von leichten Entzündungen im Magen-Darm-Bereich

Eukalyptus

Eukalyptusblätter bestehen aus getrockneten Laubblättern der älteren Zweige des australischen Eukalyptusbaumes. Sie sind nicht nur die Hauptnahrungsquelle der Koalabären, sondern wirken mit ihren enthaltenen Gerbstoffen, ätherischen Ölen und Harzen besonders positiv auf die Atmungsorgane und oberen Luftwege. Eukalyptus löst festsitzenden Schleim in den Bronchien und wirkt entkrampfend bei starkem Husten. Er ist ein traditionell angewendetes Heilmittel bei Asthma, Bronchitis, Stirnhöhlenentzündung und Fieber. Weiterhin eignet er sich auch zum Inhalieren in Form eines aufgebrühten Tees in einem Eimer oder zum Einatmen im Stall per Zerstäuber. Zusätzlich zu seiner unterstützenden Funktion der Atemwege kann Eukalyptus auch zur Förderung der Hufkondition von Pferden angewendet werden. Eukalyptusöl ist ideal zum Auftragen auf rissige und spröde Stellen am Huf, um die Stabilität und Widerstandsfähigkeit der Hufe langfristig wiederherzustellen.


Botanischer Name: Eukalyptus (aus über 50 verschiedenen Arten wird ätherisches Öl gewonnen)

Familie: Myrtengewächse

Inhaltsstoffe: enthält je nach Art unterschiedliche ätherische Öle

Anwendung: Äußerlich und Innerlich


Wirkrichtungen:

  • in der Bienenpflege gegen Milbenbefall
  • zur Unterstützung bei Infekten der Atemwege
  • bei spröden Hufen oder Hornspalten
  • bei Entzündungen im Maul- und Rachenraum

Fenchel

Fenchel ist eine für Pferde äußerst wohlschmeckende Heilpflanze. Sie fördert den Lösungsprozess von festsitzendem Schleim und Husten in den Bronchien. Der gemahlene Fenchelsamen ist reich an ätherischen Ölen, die wohltuend für die Verdauung und eine intakte Magen-Darm-Flora sind. Bei jeglicher Art von Blähungen beruhigt Fenchel das Magen-Darm-System durch seine krampflösenden Eigenschaften. Oftmals wird er auch bei Abszessen und Augenverletzungen angewandt, da er den Wundheilungsprozess effektiv unterstützt. Dabei ist er schonend und mild zu den empfindlichen Hautbereichen um Augen, Nüstern und Schleimhäute. Am besten angenommen wird Fenchel in Form eines schmackhaften Tees, der in Kombination mit Anis und Kümmel eine noch bessere Wirkung auf angegriffene Atemwege und Bronchien entfaltet.


Botanischer Name: Foeniculum vulgare

Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

Inhaltsstoffe: enthält unter anderem ätherische Öle, Kieselsäure, Mineralsalze und Vitamine (A, B und C)

Anwendung: Innerlich bei Pferden wird vor allem der Fenchelsamen verwendet. Fenchelhonig kann unterstützend bei Erkrankungen der Atemwege gegeben werden.


Wirkrichtungen:

  • bei Darmproblemen als Karminativum (wirkt gegen Blähungen)
  • zur Unterstützung bei Atemwegserkrankungen
  • zur Unterstützung bei Stress
  • zur Beruhigung
  • bei Abszessen und Augenverletzungen
  • bei Wunden

Goldrute

Die Goldrute enthält ätherische Öle, Saponine, Flavonoide und Diterpene. Sie ist sowohl in der Forschung als auch in der Praxis bewährt zur Förderung einer vermehrten Durchspülung der ableitenden Harnwege. Dadurch wird der Entwässerungsprozess bei Pferden angeregt und schädliche Toxine können vom Körper leichter ausgeschieden werden. Das Goldrutenkraut unterstützt effektiv die entgiftende Funktion der Nieren. Nicht zuletzt wirkt es auch blutreinigend und entzündungshemmend. Eben diese Wirkkraft macht es zu einem gängigen Heilmittel bei Hautkrankheiten wie dem Sommerekzem, die häufig zusammen mit schmerzhaftem Juckreiz auftreten. Schließlich kann Goldrute auch bei Hufrehe zur Entlastung der Nieren gefüttert werden.


Botanischer Name: Solidaga virgaurea

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Inhaltsstoffe: Saponine (mehr als 30), Gerbstoffe, ätherisches Öl, Flavonoide, Pflanzensäuren (u.a. Salicylsäure, Kaffeesäure)

Anwendung: als Tee, Tinktur oder Kraut, äußerlich und innerlich


Wirkrichtungen:

  • harntreibend (diuretisch)
  • schwach krampflösend (spasmolytisch)
  • entzündungshemmend (antiphlogistisch)
  • blutreinigend
  • kräftigt und stabilisiert auf sanfte Weise die Nieren
  • zur Unterstützung der Niere auch bei Hufrehe und EMS
  • bei Insektenstichen

Hagebutten

Hagebutten gelten seit jeher als wahre Vitaminbomben. Sie sind nicht nur besonders reich an natürlichem Vitamin C, sondern auch an den Vitaminen A, B und K sowie an bestimmten ätherischen Ölen. Die Früchte der Heckenrose (Rosa Canina) fördern die körpereigenen Abwehrkräfte und verhelfen Pferden somit zu mehr Widerstandsfähigkeit. Zudem wirken Hagebutten harntreibend, so dass der Entwässerungsprozess des Körpers angeregt wird und Giftstoffe leichter ausgeschieden werden können. Die positive Wirkung dieser Früchte zeigt sich jedoch nicht nur innerhalb des Körpers, sondern auch außerhalb. Sie tragen zur Regulierung des Hautstoffwechsels bei und regen den Prozess der Zellerneuerung an, was deutlich an einer strafferen, geschmeidigeren Haut zu sehen und zu spüren ist. Hagebutten können Pferden als ganze Früchte gefüttert werden oder auch in gemahlener Form. Gemahlen sind diese besonders für Pferde mit empfindlicher Verdauung zu empfehlen, da sie besser verträglich sind als ganze Früchte. Die Fütterung von Hagebutten ist üblich in Regenerationsphasen des Körpers nach Krankheiten oder Infektionen, um ein geschwächtes Immunsystem wieder aufzubauen. Auch in allgemeinen Schwächezuständen, die sich durch Müdigkeit und Antriebslosigkeit zeigen, sind Hagebutten eine große Hilfe.


Botanischer Name: Rosa canina

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

Inhaltsstoffe: Vitamin C, Lycopin, Flavone, B-Vitamine

Anwendung: Innerlich sind Schalen oder ganze Früchte als Pulver, als Aufguss, frisch oder getrocknet geniessbar. Das Öl der Hagebutte kann auch äußerlich zur Hautpflege verwendet werden


Wirkrichtungen:

  • fördert den Appetit
  • unterstützend bei Blasen- und Nierenleiden
  • zur gezielten Gabe von Vitamin C
  • bei Gelenkserkrankungen
  • bei Seniorpferden
  • zur Unterstützung des Bewegungsapparates
  • bei Infekten der Atemwege
  • bei Arthrose und Spat
  • zur Unterstützung des Immunsystems

Heublumen

Ihr besonders wohlschmeckendes Aroma bereichert jede Mahlzeit von Pferden, aber nicht nur hinsichtlich des Geschmacks. Heublumen verfügen über eine Vielzahl von Wirkstoffen, wodurch sie traditionell bei verschiedenen Erkrankungen Einsatz finden. Am weitesten verbreitet ist wohl die äußerliche Anwendung in einem Heublumensack, einem mit Heublumen gefüllten Leinentuch. Dies verschafft schnelle Hilfe bei schmerzhaften Krampfzuständen des Körpers, die bei Magen-Darm-Beschwerden häufig auftreten können. Bei gravierenden Darmproblemen in Form einer Kolik kann das Auflegen eines warmen Heublumensacks dem Pferd die Wartezeit bis zum Eintreffen des Tierarztes erleichtern. Die krampflösende und entspannende Wirkkraft macht Heublumen weiterhin zu einem idealen Heilmittel bei Muskelverspannungen, Muskelrheumatismus und Rückenverspannungen. Auch bei einem Kreuzverschlag kann das Auflegen eines Heublumensacks wie bei der Kolik dem Pferd die schmerzhafte Wartezeit bis zum Eintreffen des Tierarztes erleichtern. Heublumen-Umschläge haben zudem den Vorteil,  dass sie für jedermann schnell selbstzumachen sind. Daher sollten sie in keiner Stallapotheke fehlen.


Botanischer Name: Flores graminis (auch Grasblüten genannt)

Familie: Gemisch von Blütenteilen, Samen, kleineren Blatt- und Stängelstücken verschiedener Wiesenpflanzen.

Inhaltsstoffe: Die Mischung besteht meist aus Grassorten wie Quecke, Knäuelgras, Wiesen-Lolch, Trespe, Wiesen-Lieschgras, Wiesen-Fuchsschwanz, Wiesen-Schwingel, Ruchgras. Diese enthalten in unterschiedlicher Konzentration Flavonoide, ätherische Öle, Gerbstoffe und Cumarine.

Anwendung: äußerlich für Umschläge, Wickel, Bäder, Auflagen, innerlich als Kräutermischung


Wirkrichtungen:

  • zur Linderung von Schmerzen
  • zur Entspannung der Muskulatur
  • fördert die Durchblutung
  • bei Nieren- und Blasenleiden
  • bei Hautproblemen
  • zur lokalen Wärmetherapie
  • bei Koliken
  • bei Rückenverspannungen

Hopfen

Hopfenblüten haben eine beruhigende Wirkung auf angespannte Pferde, die zu Nervosität und Unruhe neigen. Hopfenblüten sind zudem besonders magenfreundlich. Sie fördern ein intaktes Magen-Darm-System und tragen zu reibungslos ablaufenden Verdauungsprozessen bei. Ihre Inhaltsstoffe können daher bei Blähungen und krampfartigen Magenbeschwerden schnell Abhilfe verschaffen. Eine weitere positive Eigenschaft der Hopfenblüten ist ihre harntreibende Wirkung. Sie fördert die Bindung schädlicher Substanzen und Toxine sowie deren schnelle Ausscheidung aus dem Körper. Damit werden die Nieren als Entgiftungsorgan des Körpers auf natürlichem Wege entlastet. Pferde nehmen Hopfenblüten am leichtesten und bekömmlichsten als Tee auf, der unkompliziert über die tägliche Futterration gegossen werden kann.


Botanischer Name: Humulus

Familie: Hanfgewächse (Cannabaceae)

Inhaltsstoffe: Harze, ätherisches Öl (Hopfenöl), Eiweiß, Mineralien, Bitterstoffe

Anwendung: als Tee, als Aromakissen


Wirkrichtungen:

  • beruhigend
  • bei Nervosität und Unruhe
  • bei Magenproblemen
  • bei Blähungen
  • harntreibend
  • bindet Toxine
  • bei Appetitlosigkeit
  • bei Verdauungsbeschwerden

 

Kamille

Die Blüten der Kamille haben eine beruhigende Wirkung, die sich sowohl auf die Nerven als auch auf den Magen-Darm-Trakt von Pferden erstreckt. Zum einen fördert Kamille einen ruhigen und festen Schlaf und wirkt somit Schlaflosigkeit auf natürliche Weise entgegen. Zum anderen ist Kamille eine wahre Wohltat für einen gereizten Magen-Darm-Trakt von Pferden. Sie enthält ätherische Öle, Flavonoide, Schleimstoffe und mineralische Bestandteile, die bakteriellen Entzündungen des Magen-Darm-Systems effektiv entgegenwirken. Ihre entzündungshemmende Wirkung macht Kamillenblüten auch bei Entzündungen des Euters oder Unterleibs zu einem idealen Heilmittel neben den unbedingt sofort nötigen tierärztlichen Maßnahmen. Indem Kamillenblüten zu einem schmackhaften Tee aufgebrüht werden, der entweder inhaliert oder über das Futter gegossen werden kann, dient es auch als optimales Mittel zur Schmerzlinderung bei Entzündungen der Maulschleimhaut oder der Zähne. Ihr Pferd wird es Ihnen danken.


Botanischer Name: Matricaria chamomilla

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Flavonoide, Cumarine, Schleimstoffe

Anwendung: als Tee, getrocknete Blüten, innerlich und äußerlich


Wirkrichtungen:

  • entzündungshemmend (antiphlogistisch)
  • krampflösend (spasmolytisch)
  • bakterienabtötend (bakterizid)
  • pilzabtötend (fungizid)
  • wundheilungsfördernd
  • beruhigend (auf Verdauungsorgane und Psyche)
  • analgetisch (schmerzlindernd)
  • gefäßerweiternd
  • anregend für den Hautstoffwechsel