10 Tipps zur Pflege von Hufen- Teil 1

Eine zentrale Bedeutung für die Pferdegesundheit hat der Huf.

„Der ferd hatt fier beiner,
auf jeder saite einer,
und hatt er einmal keiner,
UMFALLT!“

Wer kennt diesen Spruch nicht? Er ist nicht nur lustig sondern beinhaltet eine Wahrheit, die ganz essentiell für unser Pferd ist: Ohne Huf kein Pferd. Als Lauf- und Fluchttier braucht das Pferd vier gesunde, gut ausbalancierte Hufe auf die es sich verlassen kann. Diese dienen ihm

  • als Fundament für seinen Körper
  • als Stossdämpfung
  • als Schuhe
  • als zusätzliche „Blutpumpen“, die die Funktion des verhältnismäßig kleinen Herzens unterstützen
  • als Unterstützung für alle Strukturen im Körper, die an der Bewegung beteiligt sind

Ein gutes Hufmanagement besteht aus drei elementaren Bausteinen:

  1. der artgerechten Haltung
  2. der artgerechten, regelmäßigen und individuell abgestimmten Hufbearbeitung durch einen Fachmann
  3. der richtigen Pflege und Hygiene

Hakt es hier irgendwo, kann das zu Lahmheiten, Unrittigkeit und auch zu inneren Erkrankungen führen. Unerkannt ist das dann schnell das Aus für die Reitpferdekarriere und mit schmerzhaften Hufen ist auch das Rentnerdasein auf der Wiese ein eher zweifelhaftes Vergnügen.

Wir haben Ihnen hier deshalb 10 Tipps für das Hufmanagement Ihres Pferdes zusammengestellt:

1. Reinigung

Pferdehufe müssen täglich gesäubert werden. Das heißt: Mit einem Hufkratzer und einer Huf-Bürste wird mindestens vor und nach der Arbeit das Innere und das Äußere des Hufes von Schmutz, Matsch, Sand oder kleinen Steinchen befreit. Dabei darf der empfindliche Strahl nicht verletzt werden. Ist aller Dreck herausgekratzt, kann der Huf innen und außen auf Verletzungen überprüft werden. Bei Pferden mit Hufeisen sollten Sie auch überprüfen, ob die Eisen noch fest sitzen. Bei Pferden, die barhuf durchs Leben gehen, sollten Sie darauf achten, dass keine scharfen Kanten entstehen oder Ecken herausbrechen. Diese sollten zeitnah geglättet werden. 

2. Futter:

Im Artikel „Der Feuchtigkeitshaushalt des Hufes“ haben wir gelernt, dass dieser von innen heraus reguliert wird. Damit das gut klappt, müssen die Vitalfunktionen intakt sein. Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Proteinen, Mineralien, Vitaminen und Fettsäuren ist daher unerlässlich. Das Verhältnis der einzelnen Elemente zueinander sollte auch stimmen. Hufe können z.B. schnell brüchig werden, wenn die Zinkaufnahme im Stoffwechsel gestört ist. Bei zuviel Zink kommt es wiederum zu Mangelerscheinungen an anderer Stelle, die sich z.B. durch Risse im Huf bemerkbar machen können. Eine ausgewogene Ernährung ist also das Non-Plus-Ultra in der Hufpflege. Ganz oben auf dem Speiseplan sollte dafür qualitativ hochwertiges Heu stehen.  Heu zur freien Verfügung und ein sinnvolles ergänzendes Mineralfutter bietet den meisten Freizeitpferden alles, was sie für eine gesunde Hornbildung benötigen. Eine zusätzliche genau auf das tägliche Training abgestimmte Futterration mit oder ohne Getreide bietet auch sportlich stärker geforderten Pferden die Grundlage für festes „Schuhwerk“. Bei Problemhufen kann die Zugabe von Biotin oder Schwefel hilfreich sein.

3. Hygiene im Stall                                                                                                                                                                   

Die Hygiene im Stall und im Auslauf wie auch auf der Weide ist nicht zuletzt auch wegen der Hufgesundheit sehr wichtig. Ammoniak in der Box schadet nicht nur der Lunge und der Haut des Pferdes sondern greift auch das empfindliche Hufhorn schnell an. Ebenso sind ständig unter Wasser stehende Paddocks und matschige Koppeln nicht besonders förderlich für die Hufgesundheit. Es ist daher wichtig, dass Boxen regelmäßig von Pferdeäpfeln und nassen Stellen befreit werden, dass die Einstreu sauber und trocken ist und dass eine vernünftige Drainage für trockene Füße auf dem Paddock sorgt. Ist die Wiese sehr matschig, macht es wenig Sinn das Pferd grasen zu lassen, da es zum einen die Grasnarbe zerstört und zum anderen auch hier Hufinfektionen entstehen können. Dann kann schnell Strahlfäule entstehen (Lesen Sie HIER mehr zum Thema Strahlfäule) und auch Pilzinfektionen haben leichtes Spiel. 

Hufe_2

Matschige Paddocks und Wiesen lassen schnell Strahlfäule oder andere Hufinfektionen entstehen.

4. Hufbearbeitung

Bei einem beschlagenen Pferd sollte alle sechs bis acht Wochen der Hufschmied kommen und es neu beschlagen. Dabei werden die Eisen abgenommen, das seit dem letzten Beschlag nachgewachsene Horn wird gekürzt, der Huf wird wieder in Form gebracht und anschließend wird ein neu angepasstes Eisen befestigt. Dass die Hufe so bearbeitet werden ist sehr wichtig, damit das Pferd weiterhin schmerzfrei und ausbalanciert laufen kann.

Ist Ihr Pferd beschlagen, überprüfen Sie täglich beim Reinigen der Hufe und vor allem vor und nach dem Reiten oder anderen Aktivitäten, ob noch alle Eisen fest sitzen. Hat Ihr Pferd ein Eisen verloren, ist das Reiten bis der Hufschmied es wieder angebracht hat, tabu. Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden einen Schuh verlieren und sollten dann noch mit Rucksack auf dem Rücken Gymnastikübungen durchführen, Joggen gehen oder Hürdenlaufen. Kein schöner Gedanke. Und Ihrem Rücken würde die ungleiche Nutzung Ihrer Füße auch keinen Gefallen tun.

Geht das Pferd „barhuf“ durchs Leben, müssen auch hier in bestimmten, individuellen Abständen die Hufe ausgeschnitten und begradigt werden, um ein gleichmäßiges Hufwachstum und eine optimale Huffunktion. Die Abstände zwischen den Terminen bestimmen Abnutzung, Hufwachstum und Hufstellung. 

5. Fett und Öl                                                                                                                                                                         

Damit der Feuchtigkeitshaushalt der Hufe nicht gestört wird, können wir die Hufe vor dem Austrocknen schützen. Wir wissen aus dem Artikel „Der Feuchtigkeitshaushalt des Hufes“, dass die oberste Hornschicht des Wandhorns besonders stabil ist und den Huf so schon vor dem Austrocknen schützt. Wird diese oberste Wandschicht z.B. bei der Hufbearbeitung, bei häufigem Laufen in tiefem Sandboden oder durch langes Stehen in der Box beschädigt, können atmungsaktive Öle den Huf schützen. Sie schützen das Hufhorn auch dort wo die Nagellöcher beim Beschlag sitzen. Die Fettschicht wirkt wasserabweisend und kann so z.B. auch im Sommer vom Duschen aufgetragen werden. Dann kann das Hufhorn nicht so stark vom Wasser angegriffen werden. Huffett oder Huföl bietet also dieselben Vorteile wie eine Handcreme. Im Winter kann auch die Huf-Unterseite mit einem Pflegebalsam oder einer Hufsalbe eingestrichen werden. Und auch die Pflege des Kronrandes mit entsprechenden dafür vorgesehenen Pflegecremes (z.B. mit Lorbeer-Öl) verbessert die Hufgesundheit.

 

TEIL 2 dieses Artikels lesen Sie HIER. (folgt in der nächsten Woche)


 

Autor: Agnes Trosse

 

 

 

 

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2 thoughts on “10 Tipps zur Pflege von Hufen- Teil 1

  1. […] für Pferdehufe und die Antwort auf die Frage, was genau Huffett jetzt bewirkt, haben wir HIER für ... louven-blog.com/der-feuchtigkeitshaushalt-des-hufes
  2. […] Dass der Huf eine zentrale Bedeutung für die Gesundheit des Perdes hat, wissen wir nun schon aus de... louven-blog.com/10-tipps-zur-pflege-von-hufen-teil-2

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